Waldbrand erreicht Spokane: Tausende in Washington evakuiert
Waldbrand erreicht Spokane: Tausende in Washington evakuiert

Es ist eine dramatische Zuspitzung der Waldbrandsaison im US-Bundesstaat Washington: Die Flammen haben die Großstadt Spokane erreicht. Am Samstag mussten Tausende Menschen aus mehreren nördlichen Stadtvierteln fliehen, nachdem die Behörden die höchste Evakuierungswarnstufe ausgerufen hatten. Gouverneur Bob Ferguson erklärte angesichts einer der schwersten Waldbrandsaisons seit Beginn der Aufzeichnungen den Notstand für den gesamten Bundesstaat.

Old-Trails-Feuer durchbricht die Uferlinie

Das sogenannte Old-Trails-Feuer breitete sich am Samstagnachmittag über das Ufer des Spokane River aus und griff damit auf das Stadtgebiet über, wie die Lokalzeitung „Spokesman-Review“ berichtete. Bis zum Abend wuchs die betroffene Fläche auf mehr als 1400 Hektar an. Für die Bewohner der nördlichen Viertel, die am dichtesten an der Feuerlinie liegen, galt die Anordnung, ihre Häuser unverzüglich zu verlassen. Nach ersten Erkenntnissen wurden keine Verletzten gemeldet, doch die Behörden rechnen mit einer unübersichtlichen Lage.

Die Einsatzkräfte bereiten sich auf das Schlimmste vor. Im Kongresszentrum von Spokane wurde eine Notunterkunft eingerichtet, in der die Evakuierten Schutz finden können. Die Nationalgarde des Bundesstaats erklärte, sie mobilisiere „mit Hochdruck“ Einsatzkräfte zur Unterstützung der Stadt. Damit soll die örtliche Feuerwehr bei der Bekämpfung des Brands unterstützt werden.

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Generalmajor Gent Welsh sprach bei einer Pressekonferenz von einer ernsten Lage. „Wenn die Sonne untergeht und wieder aufgeht, werden wir schockiert sein“, sagte Welsh mit Blick auf die erwarteten Schäden. Die Worte verdeutlichen, wie ernst die Einsatzkräfte die Situation einschätzen.

Landesweite Bilanz: Zwölf große Feuer, 80.900 Hektar

Der Brand in Spokane ist Teil einer landesweit angespannten Lage. Nach Angaben des Gouverneursbüros brennen in Washington insgesamt zwölf große Feuer, die zusammen eine Fläche von mehr als 80.900 Hektar zerstört haben. Der Bundesstaat erlebt derzeit das vierte Dürrejahr in Folge – so viele aufeinanderfolgende Dürrejahre gab es in der Geschichte Washingtons noch nie. Diese Rekordtrockenheit hat die Wälder und Böden extrem austrocknen lassen, sodass sich die Feuer schnell ausbreiten können.

Gouverneur Ferguson betonte die Rolle der Wetterbedingungen: „Unsere Rekorddürre und die starken Winde schaffen im gesamten Bundesstaat gefährliche Bedingungen.“ Damit verwies er auf die Kombination aus Trockenheit und Wind, die die Brandgefahr enorm erhöht.

Verbotene Feuer und strenge Auflagen

Um weitere Brände zu verhindern, gelten in Washington ab sofort strenge Regeln: Bis Ende September sind die meisten offenen Feuer und das Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle untersagt. Der Nationale Wetterdienst hatte für den Osten Washingtons zuvor wegen der extremen Brandgefahr eine Warnung vor einer „besonders gefährlichen Lage“ ausgegeben. Diese Warnung zeigt, dass jede weitere Zündquelle zu einem Großbrand führen kann.

August hat gerade erst begonnen

Dave Upthegrove, zuständig für die staatlichen Wälder und Ländereien Washingtons, warnte davor, die Lage zu unterschätzen. „Dieses Jahr gehört schon jetzt zu den arbeitsreichsten Waldbrandjahren seit Beginn der Aufzeichnungen – und der August hat gerade erst begonnen“, erklärte er. Seine Aussage macht deutlich, dass die akute Gefahr noch lange nicht gebannt ist. Die Behörden rechnen damit, dass weitere Brände ausbrechen können, solange die Trockenheit anhält.

Für die Bewohner von Spokane heißt das: Die Unsicherheit bleibt. Während das Old-Trails-Feuer weiterhin außer Kontrolle ist, versuchen die Einsatzkräfte, die Ausbreitung in dicht besiedelte Gebiete zu verhindern. Die Evakuierten können vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Die kommenden Stunden werden zeigen, wie groß die Schäden tatsächlich sind.

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