Waldbrände in Bordeaux und Spanien: Tausende evakuiert
Waldbrände in Bordeaux und Spanien: Evakuierungen

Im Südwesten Frankreichs versucht die Feuerwehr unter Hochdruck, die Waldbrände bei Bordeaux unter Kontrolle zu bringen. Die ganze Nacht hindurch kämpften die Einsatzkräfte gegen das Flammenmeer. „Das ist ein so großer Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat“, sagte der Bürgermeister des Vororts Cestas, Jerome Steffe. Aus dem Gebiet mussten bereits Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden, darunter zahlreiche Touristen. Im Laufe des Tages sollte sich auch das Kabinett mit der Lage befassen.

Frankreich: 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Die Brände waren vergangene Woche an der nur wenige Kilometer entfernten Atlantikküste ausgebrochen. Auch in anderen Gegenden Frankreichs tobten Brände, begünstigt durch Winde und extreme Trockenheit infolge von Hitzewellen. Im Laufe der Woche werden in Bordeaux erneut Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet. Insgesamt mussten in Frankreich etwa 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Spanien: Erste Evakuierte dürfen zurückkehren

Bei der Bekämpfung der Waldbrände in der Nähe von Madrid zeichnen sich dagegen erste Fortschritte ab: Am Montag sollten die ersten Evakuierten zurückkehren können, wie ein Regierungsvertreter der Region Madrid sagte. Demnach sei geplant, einen Campingplatz in El Escorial westlich von Madrid wieder zu eröffnen, aus dem 4500 Menschen evakuiert worden waren. Zudem sollten Bewohner eines Seniorenheims im ebenfalls westlich von Madrid gelegenen San Martín de Valdeiglesias wieder zurückkehren können. Die Behörden betonten jedoch, dass die Sicherheitsbedingungen erfüllt sein müssten. Nach Angaben der Regionalregierung ist das Feuer aber nach wie vor nicht unter Kontrolle.

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Insgesamt 75.000 Menschen in Spanien evakuiert

Wegen der beispiellosen Brände in der Umgebung der Hauptstadt sowie nahe der Stadt Valencia im Osten des Landes mussten insgesamt 75.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnte vor verfrühtem Optimismus. „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam“, sagte Grande-Marlaska vor Journalisten. Allein das Feuer in der Provinz Ávila, das seit Tagen weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, habe nach Schätzungen bereits 47.000 Hektar erfasst, so der Minister. Damit wäre es der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens, wie unter anderem der staatliche TV-Sender RTVE hervorhob.

Brand in Ávila möglicherweise größter seit 1968

Der Brand in Ávila wurde nach ersten Erkenntnissen der zuständigen Behörden vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Nach Medienberichten wurde dort ein Mann unter dem Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung festgenommen. Er soll trotz eines wegen der Hitzewelle geltenden Verbots schweres Gerät benutzt und dadurch das Feuer ausgelöst haben. Die in Ávila vom Feuer erfasste Fläche entspricht etwa 65.000 Fußballfeldern. Sollten sich die vorläufigen amtlichen Schätzungen bestätigen, wäre der Brand der größte seit Beginn der Erfassungen durch die Zentralregierung im Jahr 1968. Bisher galt das Feuer von Larouco mit knapp 38.000 zerstörten Hektar als das größte im beliebten Urlaubsland.

Weitere Brände in Madrid und Umgebung

Die Rettungskräfte der Region Madrid bezeichneten die Nacht zum Montag als „intensiv“. Sie rechneten mit Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 Stundenkilometern, welche die Löscharbeiten erschweren würden. Neben dem Feuer in Ávila bereiten derzeit vor allem auch Waldbrände in der Sierra Oeste im Westen der Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in der Provinz Toledo südwestlich der Hauptstadt Sorgen. Zusammen haben diese drei Brände rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet. Die Zentralregierung rief für diese Regionen den Notstand aus, um schneller Mittel mobilisieren zu können.

Hilfe und Besuch des Königspaares

Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind inzwischen bei den Bränden in Madrid und in den angrenzenden Provinzen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben. Die Gesamtzahl der dort von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen betroffenen Menschen wurde vom Innenministerium in Madrid zuletzt auf rund 90.000 beziffert. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft und sprachen den Betroffenen Mut zu.

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Weiteres Feuer in Castellón

In der Provinz Castellón im Osten des Landes lodert außerdem seit Samstag ein weiteres größeres Feuer, das bereits 6.500 Hektar zerstört hat. Dort wurden rund 16.000 Menschen aus verschiedenen Ortschaften evakuiert.