Waldbrände in Frankreich, Spanien und Italien: Lage weiter kritisch
Waldbrände in Frankreich, Spanien und Italien: Lage kritisch

An der französischen Atlantikküste dauert der Kampf gegen den riesigen Waldbrand bei Bordeaux an. Nach einer Krisensitzung der Regierung erklärte Innenminister Laurent Nuñez, der Brand sei „stabilisiert“, aber „noch nicht unter Kontrolle“. „Er hat sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet“, die Flammen wüteten jedoch weiter. 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten sind im Einsatz.

Frankreich: Hitzewelle droht die Lage zu verschärfen

Der Minister rief dazu auf, die betroffene Region Gironde nicht zu bereisen. Sorge bereite eine erneute Hitzewelle, die ab Dienstag erwartet wird. „Ich möchte niemanden beruhigen“, sagte Nuñez. Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband warnte gegenüber France Info, der Großbrand könne „noch mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern“, bis er vollständig gelöscht sei. „Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen.“

Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der bei Deutschen beliebten Urlaubsregion in Sicherheit gebracht, darunter viele Touristen. Das Feuer hat sich auf bis zu 15 Kilometer der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört – eine Fläche größer als Köln. Rund 240 Wohnhäuser wurden zerstört. Riesige Rauchwolken verdunkeln den Himmel, die Luftqualität ist stark beeinträchtigt. Ein dpa-Reporter berichtete von trockenen Kehlen, brennenden Augen und Rußpartikeln auf geparkten Autos.

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Spanien: Größter Waldbrand der jüngeren Geschichte?

Auch in Spanien gibt es Fortschritte bei der Bekämpfung der Brände, doch Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnte vor verfrühtem Optimismus. Allein das Feuer in der Provinz Ávila, das weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, hat nach Schätzungen bereits 47.000 Hektar erfasst – damit wäre es der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens, wie der staatliche TV-Sender RTVE hervorhob. Zusammen mit Bränden in der Sierra Oeste und der Provinz Toledo wurden rund 77.000 Hektar verwüstet. Die Zentralregierung rief den Notstand aus. Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind alle Hauptfronten eingedämmt, doch mehrere Brandherde bleiben aktiv.

Die Gesamtzahl der von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen Betroffenen wurde vom Innenministerium auf rund 90.000 beziffert. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten eine Notunterkunft. In der Provinz Castellón im Osten lodert seit Samstag ein weiteres Feuer, das bereits 6.500 Hektar zerstört hat; rund 16.000 Menschen wurden evakuiert.

Italien: Brände auf dem Festland und den Inseln

In Italien kämpfen Einsatzkräfte gegen verschiedene Brände in mehreren Regionen. Auf der Halbinsel Gargano in Apulien dauern die Einsätze an. Hunderte Touristen mussten von Stränden mit Booten vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Löschflugzeuge und Bodentrupps sind im Einsatz. In der Basilikata wurden Dutzende Menschen aus Maratea evakuiert. Auch auf Sizilien, Sardinien und in Kalabrien gibt es weiter lodernde Brände.

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