Zum Beginn der bayerischen Pfingstferien meldet die Verkehrszentrale Bayern ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen. Bereits am Freitagmorgen bildeten sich auf den wichtigsten Fernstraßen die ersten Staus. Besonders betroffen sind die Strecken in Richtung Alpen und Süden, aber auch die Ausfallstraßen aus den Ballungsräumen München, Nürnberg und Augsburg.
Die Urlauberwelle trifft auf eine Infrastruktur, die derzeit durch zahlreiche Baustellen geschwächt ist. Die Verkehrsbehörden weisen darauf hin, dass die Fahrbahnen auf vielen Autobahnabschnitten verengt sind und die Geschwindigkeit reduziert wurde. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten erheblich.
Diese Baustellen bereiten die größten Probleme
In Bayern sind gerade auf den Verkehrsadern mehrere Großbaustellen eingerichtet. Auf der A8 zwischen Stuttgart und München sorgt die Sanierung bei Augsburg für Engpässe. Auch auf der A9, die von Nürnberg nach München führt, müssen Autofahrer mit verengten Fahrspuren rechnen. Die A99, der Münchner Autobahnring, zählt ebenfalls zu den neuralgischen Punkten – insbesondere in den Morgen- und Abendstunden.
Nach Angaben der Verkehrszentrale Bayern sind derzeit mehr als 200 Baustellen auf den bayerischen Autobahnen aktiv. Allein auf der A8 werden an mehreren Abschnitten Fahrbahnerneuerungen durchgeführt, die zu temporären Sperrungen von Fahrspuren führen. Auch die A3 und die A6 im Norden Bayerns weisen zahlreiche Baustellen auf, auf denen LKW-Überholverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten. Die Verkehrszentrale Bayern rät Autofahrern, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Lage zu informieren und gegebenenfalls auf alternative Routen auszuweichen.
Staugefahr wird durch den Ferienverkehr verstärkt
Der Pfingstferienverkehr addiert sich zu den ohnehin hohen Pendlerströmen. Viele Arbeitnehmer nutzen die Brückentage für eine verlängerte Auszeit, sodass der Verkehr bereits ab Donnerstagabend zunimmt. Autofahrer, die flexibel sind, sollten daher auf weniger frequentierte Zeiten ausweichen. Die Verkehrsexperten raten, spätestens am frühen Morgen zu starten oder die Abfahrt in den späten Abend zu verlegen.
Auf den Alternativrouten durch das Umland kann es ebenfalls voll werden. Die Ortsumfahrungen und Bundesstraßen sind als Ausweichstrecken bei Staus besonders beliebt. Dort kommt es dann nicht selten zu zähfließendem Verkehr oder sogar zu Vollsperrungen, wenn die Kapazität der Landstraßen überschritten wird. Auch die Zufahrten zu den beliebten Ausflugszielen wie dem Starnberger See, dem Tegernsee oder im Allgäu sind häufig überlastet. Rückstaus bis auf die Autobahn sind keine Seltenheit.
Was Autofahrer jetzt beachten sollten
Wer in den Urlaub fährt, sollte nicht nur die Routenplanung anpassen, sondern auch das Auto auf die lange Fahrt vorbereiten. Dazu gehören der Check von Reifendruck, Kühlwasser und Wischwasser. Im Stau hilft es, die Rettungsgasse freizuhalten und sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu halten. Auch ausreichend Wasser, Snacks und ein aufgeladenes Handy können in einer längeren Stauphase hilfreich sein.
Die Verkehrszentrale Bayern appelliert an die Geduld der Autofahrer. Staus lassen sich in der Ferienzeit nicht vollständig vermeiden. Eine defensive Fahrweise und ausreichende Pausen tragen dazu bei, sicher ans Ziel zu kommen.
Alternativen zum eigenen Auto
Auf einigen Strecken kann die Bahn eine echte Alternative sein. Gerade auf den Verbindungen zwischen München und Nürnberg oder München und Augsburg fahren ICE- und Intercity-Züge im dichten Takt. Auch Reisende in Richtung Alpen können auf den Regionalverkehr umsteigen. Die Bayerische Regio-Bahn bietet Verbindungen in die Wanderregionen an, und von den Bahnhöfen aus führen Busse weiter zu den Urlaubsorten. Wer das Auto trotzdem nutzen möchte, kann auf P+R-Plätzen parken und mit der S-Bahn weiterfahren. Das entlastet die Straßen und reduziert den Stressfaktor erheblich.
Laut ADAC lohnt es sich, die Reisezeit bewusst zu wählen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass die Staus am Samstagvormittag ihren Höhepunkt erreichen. Wer dagegen am Freitagabend nach 20 Uhr oder am frühen Samstagmorgen startet, kann die schlimmsten Behinderungen vermeiden – auch wenn eine Garantie niemand übernehmen könne.
Für diejenigen, die auf den Autobahnen trotzdem im Stau stehen, bleibt nur eins: Ruhe bewahren und auf eine sichere Ankunft achten. Denn auch wenn Ferienverkehr und Baustellen nerven – die Vorfreude auf den Urlaub sollte letztlich überwiegen.



