Am Samstagabend sind zwei Männer bei Bad Muskau im Landkreis Görlitz mit ihrem Auto von der Straße abgekommen und in der Neiße gelandet. Der Pkw durchbrach nach Polizeiangaben einen Wildzaun, fuhr über eine Uferwiese und stürzte in den Fluss. Beide Insassen konnten sich selbst ans Ufer retten. Der 53-jährige Beifahrer wurde leicht verletzt, der 45-jährige Fahrer blieb unverletzt. Der Sachschaden wird auf 15.000 Euro geschätzt.
Unfallhergang und erste Feststellungen
Die genaue Ursache für das Abkommen von der Fahrbahn ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei geht davon aus, dass das Fahrzeug zunächst einen Wildzaun durchbrach, anschließend über eine Uferwiese rollte und schließlich in der Neiße zum Liegen kam. Beide Männer verließen das Fahrzeug und schwammen ans Ufer. Während der 53-jährige Beifahrer bei dem Vorfall leicht verletzt wurde, blieb der Fahrer körperlich unversehrt.
Der Unfallort liegt in einer ländlichen Region im Osten Sachsens, direkt an der deutsch-polnischen Grenze. Die Neiße bildet hier eine natürliche Grenze. Sie ist an vielen Stellen von Wiesen und Feldern gesäumt, und es kommt regelmäßig zu Wildwechsel. Wildzäune sollen die Tiere von den Straßen fernhalten. Ein durchbrochener Zaun kann im Falle eines Unfalls zusätzliche Schäden an Fahrzeug und Umgebung verursachen.
Alkoholtest: 1,6 Promille beim Fahrer
Bei der Unfallaufnahme führte die Polizei einen Atemalkoholtest bei dem 45-jährigen Fahrer durch. Das Ergebnis zeigte einen Wert von 1,6 Promille. Damit lag der Mann deutlich über dem erlaubten Grenzwert von 0,5 Promille für Autofahrer in Deutschland. In der Rechtsprechung gilt ein Wert von 1,1 Promille und mehr als absolute Fahruntüchtigkeit. Wer in diesem Zustand ein Kraftfahrzeug führt, macht sich nach § 316 StGB strafbar.
Dem Fahrer drohen nun ernste Konsequenzen: eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr sowie der Entzug der Fahrerlaubnis. Ob er jemals wieder ein Auto führen darf, entscheidet die Fahrerlaubnisbehörde. In typischen Fällen dieser Art wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet, bevor der Führerschein neu ausgestellt werden kann.
Bad Muskau und die Neiße
Bad Muskau ist eine Stadt im Landkreis Görlitz und bekannt für den Fürst-Pückler-Park, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Park erstreckt sich auf beiden Seiten der Neiße und ist ein beliebtes Ziel für Touristen aus Deutschland und Polen. Die Neiße entspringt im Riesengebirge und fließt schließlich in die Oder. Im Bereich von Bad Muskau ist der Fluss relativ schmal, kann aber nach starken Regenfällen schnell anschwellen.
Ein Auto, das in einen Fluss stürzt, kann innerhalb von wenigen Minuten sinken. Die Insassen müssen daher sofort handeln, um sich zu befreien. Die beiden Männer hatten Glück: Sie schwammen zügig ans Ufer und kamen ohne ernsthafte Verletzungen davon. Der Beifahrer benötigte lediglich eine ambulante ärztliche Behandlung.
Sicherheitshinweise nach dem Unfall
Die Polizei appelliert angesichts des Vorfalls an alle Verkehrsteilnehmer, auf Alkohol am Steuer zu verzichten. Bereits geringe Mengen Alkohol beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit und das Urteilsvermögen. Bei einem Promillewert von 1,6 ist die Fahrtüchtigkeit massiv eingeschränkt. Der Vorfall zeigt aber auch, wie wichtig schnelle Entscheidungen in Notsituationen sind – das beherzte Schwimmen ans Ufer rettete den beiden Männern vermutlich das Leben.
Der entstandene Sachschaden von rund 15.000 Euro am Fahrzeug wird den Fahrer zudem finanziell belasten. Hinzu kommen mögliche Kosten für Rechtsverfahren und die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis. Der Unfall bei Bad Muskau ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie tragisch Alkohol am Steuer enden kann – auch wenn hier keine Menschen schwer verletzt wurden.



