Busfahrerin zieht Lkw auf Donaubrücke frei und beendet Verkehrschaos
Busfahrerin befreit Lkw von Donaubrücke

Am Freitag, dem 2. August, hat eine Busfahrerin auf der Donaubrücke in Neuburg ein Verkehrschaos beendet, bevor es richtig begann. Die Frau zog einen verkeilten Lastwagen mit ihrem Linienbus frei und machte die Fahrbahn innerhalb weniger Minuten wieder passierbar. Der Vorfall ereignete sich am späten Nachmittag und hätte weitreichende Folgen für den Berufsverkehr haben können.

Lkw blockierte beide Fahrspuren

Ein Lastwagen war gegen 16 Uhr auf der Donaubrücke mit dem Aufbau an einen der Brückenträger gestoßen. Dabei hatte sich das Fahrzeug so festgeklemmt, dass es weder vor- noch zurück konnte. Die komplette Brücke, die die Innenstadt mit den Stadtteilen jenseits der Donau verbindet, war daraufhin für beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Donaubrücke ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt und wird täglich von tausenden Autofahrern genutzt, viele davon auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause.

Innerhalb weniger Minuten bildete sich ein langer Rückstau, der bis zu den Einmündungen der Zufahrtstraßen reichte. Auch auf der Bundesstraße 16, die unmittelbar über die Brücke führt, staute sich der Verkehr. Einige Autofahrer versuchten, über Ausweichrouten zu fahren, scheiterten jedoch an der engen Ortsdurchfahrt. Andere stiegen aus und liefen zur Unglücksstelle, um zu sehen, was passiert war. Die Stimmung war gereizt, es wurde gehupt und diskutiert.

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Der Fahrer des Lastwagens versuchte seinerseits, sein Fahrzeug zu befreien, indem er hin- und herrangierte. Doch jeder Versuch führte dazu, dass sich das Fahrzeug nur noch tiefer in die Konstruktion verkeilte. Passanten, die zur Hilfe eilten, konnten ebenfalls nichts ausrichten.

Spontane Aktion der Busfahrerin

Eine Linienbusfahrerin, die sich mit ihrem Fahrzeug im Stau befand, beobachtete die Lage und entschloss sich zum Handeln. Sie holte aus ihrem Bus eine Abschleppstange sowie ein Seil und befestigte beides an der Anhängerkupplung ihres Fahrzeugs. Gemeinsam mit freiwilligen Helfern wurde das andere Ende des Seils an der Achse des Lkws fixiert.

Die Busfahrerin setzte sich danach hinter das Steuer und zog den Lkw mit ihrem Fahrzeug behutsam aus der Verankerung. Die Helfer achteten darauf, dass das Seil nicht riss und keine Personen gefährdet wurden. Bereits nach wenigen Zentimetern löste sich der Lkw mit einem lauten Geräusch aus der Konstruktion. Die Fahrbahn war wieder frei, und die Helfer wurden mit Applaus belohnt.

Schnelle Entwarnung nach zehn Minuten

Kaum war der Lkw befreit, konnte der Verkehr auf der Donaubrücke wieder fließen. Die Rückstaus in den Nebenstraßen lösten sich innerhalb von zehn Minuten vollständig auf. Ein Abschleppunternehmen, das bereits alarmiert worden war, konnte seinen Einsatz abbestellen. Auch die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen angereist war, musste keine weiteren Maßnahmen einleiten. Die Beamten nahmen den Vorfall auf und lobten den unkonventionellen Einsatz der Busfahrerin.

Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand. An dem Lkw und der Brückenkonstruktion entstand geringfügiger Sachschaden. Die genaue Schadenshöhe ist noch unklar, dürfte aber nach ersten Schätzungen im unteren vierstelligen Bereich liegen. Die Bergung des Lastwagens durch einen Abschleppdienst war nicht mehr notwendig.

Beherzter Einsatz mit Vorbildcharakter

Die spontane Rettungsaktion der Busfahrerin hat in Neuburg für viel Aufsehen gesorgt. Die Stadtverwaltung zeigte sich erleichtert und dankbar. In einer ersten Stellungnahme hieß es, die Busfahrerin habe mit ihrem beherzten Eingreifen eine Situation gelöst, die andernfalls über Stunden für massive Behinderungen gesorgt hätte. Es sei bemerkenswert, wie schnell und umsichtig sie gehandelt habe, so ein Sprecher der Stadt.

Der Fall machte jedoch deutlich, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement auch im Straßenverkehr ist. Ein einzelner Mensch kann Großes bewirken – und in diesem Fall eine ganze Stadt vom drohenden Verkehrsinfarkt befreien.

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