Der Bau der historischen Dampfmaschine in Haslangkreit schreitet voran, doch es gibt eine erhebliche Herausforderung: die Finanzierung. Der verantwortliche Verein hat bereits zahlreiche technische Hürden gemeistert, aber die finanziellen Mittel sind knapp. „Wir haben schon viel geschafft, aber es fehlen noch etwa 50.000 Euro“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Hans Müller, im Gespräch mit unserer Redaktion.
Technische Meisterleistung mit Hindernissen
Die Dampfmaschine, die originalgetreu nachgebaut wird, ist ein ehrgeiziges Projekt. Sie soll nicht nur als technisches Denkmal dienen, sondern auch für Vorführungen genutzt werden. Bisher wurden die Zylinder, der Kolben und das Schwungrad gefertigt. Doch die Fertigung der Kesselanlage erweist sich als besonders anspruchsvoll. „Die Kessel müssen höchsten Sicherheitsstandards entsprechen, das treibt die Kosten in die Höhe“, erklärt Projektleiterin Anna Schmidt.
Der Verein arbeitet eng mit dem Denkmalamt zusammen, um sicherzustellen, dass alle historischen Details korrekt umgesetzt werden. „Jede Schraube ist nach historischen Vorbildern gefertigt“, betont Schmidt. Die Maschine soll im kommenden Jahr fertiggestellt werden und dann auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks ausgestellt werden.
Finanzierungslücke und Zukunftspläne
Trotz der Unterstützung durch die Gemeinde und einiger Spenden bleibt eine Lücke von rund 50.000 Euro. Der Verein hat nun eine Crowdfunding-Kampagne gestartet und hofft auf weitere Sponsoren. Zudem wurden Fördermittel beim Bezirk Schwaben beantragt. „Ohne zusätzliche Gelder können wir die geplanten Termine nicht einhalten“, warnt Müller.
Die Dampfmaschine ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein touristisches Aushängeschild für die Region. Sie soll Besucher anziehen und die Geschichte der Industrialisierung im Landkreis Aichach-Friedberg lebendig halten. Der Verein plant außerdem, Führungen und Vorführungen anzubieten, sobald die Maschine in Betrieb genommen werden kann.
Ehrenamtliches Engagement und fachliche Expertise
Rund 20 ehrenamtliche Helfer arbeiten an dem Projekt, darunter Ingenieure, Schlosser und Restauratoren. Viele von ihnen sind im Ruhestand und bringen jahrzehntelange Erfahrung mit. „Ohne dieses Engagement wäre das Projekt undenkbar“, sagt Müller. Die Helfer treffen sich regelmäßig in der Werkstatt in Haslangkreit und arbeiten oft bis zu 20 Stunden pro Woche an der Maschine.
Die technische Umsetzung wird von einem externen Sachverständigen begleitet, der die Sicherheitsprüfungen abnimmt. „Wir wollen keine Kompromisse bei der Qualität eingehen“, so Schmidt. Die fertige Dampfmaschine soll eine Leistung von 50 PS haben und mit Holz befeuert werden, wie es im 19. Jahrhundert üblich war.
Blick in die Zukunft
Der Verein hofft, dass die Dampfmaschine im Sommer 2025 offiziell in Betrieb genommen werden kann. Dann soll sie bei verschiedenen Veranstaltungen in der Region zum Einsatz kommen. „Wir wollen die Maschine nicht nur als Museumsstück zeigen, sondern sie auch laufen lassen“, erklärt Müller. Das Projekt hat bereits überregionale Aufmerksamkeit erregt und wurde in Fachkreisen als vorbildlich gelobt.
Die nächsten Schritte sind die Fertigstellung der Kesselanlage und die Montage der Steuerung. Danach folgen umfangreiche Tests. Der Verein ist zuversichtlich, dass die Finanzierungslücke geschlossen werden kann. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit der Unterstützung der Bevölkerung und der Wirtschaft das Ziel erreichen“, sagt Müller abschließend.



