Deutsche Bahn: Rekord-Fahrgastzahlen und Gewinnwende im ersten Halbjahr 2026
DB: Fahrgastrekord und Gewinn nach sieben Jahren

Fahrgastrekord und Gewinnwende

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Umschwung erzielt. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, schrieb das Kerngeschäft Schienenpersonenverkehr erstmals seit sieben Jahren schwarze Zahlen: Ein Plus von 147 Millionen Euro stand zu Buche, nach einem Minus von über 700 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis des Gesamtkonzerns (EBIT) verbesserte sich um 650 Millionen auf 415 Millionen Euro.

Rund 960 Millionen Fahrgäste nutzten die Züge der Bahn in den ersten sechs Monaten – ein Rekordwert. Dies entspricht einem Plus von 17 Millionen Reisenden im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Besonders der Nahverkehr profitierte von der Entwicklung: Viele Pendler stiegen aufgrund gestiegener Benzinpreise vom Auto auf die Bahn um, während die Bahn ihre Preise stabil hielt.

Gründe für die positive Entwicklung

Neben den Kraftstoffpreisen trugen auch neue Rabattangebote zur Nachfrage bei. Das Last-Minute-Ticket wurde von rund 600.000 Fahrgästen genutzt, das Familienticket von 200.000 Reisenden. Die kostenlose Jugend-Bahncard 25 wurde etwa 50.000 Mal bestellt. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die Auslastung zu verbessern und neue Kundengruppen zu erschließen.

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Gleichzeitig bleibt die Infrastruktur ein Problem. Zahlreiche Verspätungen und Baustellen belasten den Betrieb. Der neue Bundesverkehrsminister, der erst vor wenigen Wochen sein Amt antrat, machte bereits Druck: Er forderte von der Bahnführung einen konkreten Plan zur Sanierung des Schienennetzes und zur Verbesserung der Pünktlichkeit. Ohne moderne Infrastruktur sei der langfristige Erfolg gefährdet, betonte er in einer ersten Stellungnahme.

Ausblick und Herausforderungen

Die Bahn erwartet für das Gesamtjahr 2026 weitere Steigerungen, warnt jedoch vor Risiken durch die angespannte Haushaltslage des Bundes. Die geplanten Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro für Streckenausbau und Digitalisierung sollen trotzdem fortgesetzt werden. Analysten sehen dennoch weiterhin strukturelle Probleme: Hohe Fixkosten, veraltete Züge und Personalmangel könnten die positive Entwicklung bremsen.

Mit dem Fahrgastrekord und der Rückkehr in die Gewinnzone hat die Bahn vorerst ein wichtiges Signal gesendet. Ob dies jedoch nachhaltig ist, hängt maßgeblich von der Umsetzung der angekündigten Reformen ab. Der Verkehrsminister kündigte an, die Bahn regelmäßig zu kontrollieren und bei Nichterfüllung Konsequenzen zu ziehen.

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