Der lang erwartete Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen in Niederbayern soll im Herbst beginnen. Die vorbereitenden Arbeiten laufen bereits. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) betonte bei einem Besuch nahe Osterhofen die Bedeutung des Milliardenprojekts, insbesondere angesichts der aktuellen Niedrigwasserstände.
Bessere Bedingungen für die Schifffahrt
Durch den Ausbau wird die Abladetiefe für Güterschiffe um 20 Zentimeter verbessert. Das ermöglicht bei Niedrigwasser rund 200 Tonnen zusätzliche Ladung pro Schiff, wie der Minister erklärte. Die für die Schifffahrt wichtige Abladetiefe von 2,50 Metern wird künftig an etwa 200 Tagen im Jahr zur Verfügung stehen – bisher sind es nur 144 Tage.
Hochwasserschutz als zentrales Ziel
Obwohl derzeit wegen Hitze und Trockenheit das Niedrigwasser im Fokus steht, dient der Donauausbau schwerpunktmäßig dem Hochwasserschutz. Künftig sollen die Kommunen entlang des Streckenabschnitts vor einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasser geschützt sein. Die Deichbauarbeiten sollen im Frühjahr 2027 beginnen. Bereits diesen Herbst starten die Arbeiten zur Sicherung von Trinkwasserleitungen an zwei Stellen, an denen der Deich diese kreuzt.
Bilgers bayerischer Amtskollege Christian Bernreiter (CSU) sagte, die Menschen in den Donaugemeinden warteten „sehnlichst“ auf den Ausbau des Hochwasserschutzes. Denn dann könne in den Kommunen auch wieder gebaut werden. Bernreiter erinnerte an das verheerende Hochwasser im Jahr 2013 bei Deggendorf.
Jahrzehntelanger Streit um den Ausbau
Der Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen war jahrzehntelang heftig umstritten. Ursprünglich war eine Kanalisierung geplant, doch Umweltschützer kämpften vehement gegen neue Staustufen auf der rund 69 Kilometer langen Strecke. Später wurde der naturnahe Ausbau ohne weitere Stauwerke beschlossen.
Der erste Abschnitt zwischen Straubing und Deggendorf ist bereits seit längerem im Bau. Insgesamt soll das Projekt inklusive der Naturschutzmaßnahmen rund zwei Milliarden Euro kosten.



