Die Großbaustelle am Ehinger Tor in Ulm schreitet voran. Ab sofort müssen sich Autofahrer und Buspassagiere auf erhebliche Veränderungen einstellen. Die Stadt Ulm hat neue Verkehrsführungen eingerichtet und die Buslinien umgeleitet. Besonders betroffen sind die Linien 5, 9 und 15, die den zentralen Knotenpunkt durchqueren.
Neue Verkehrsführung ab sofort
Seit dem 15. Juli ist die Kreuzung Ehinger Tor für den Individualverkehr in alle Richtungen gesperrt. Der Durchgangsverkehr wird weiträumig umgeleitet. Die Umleitung führt über die Blaubeurer Straße und die Karlstraße. Anwohner und Lieferverkehr können bis zu den Baustellenrandbereichen fahren, müssen aber mit Behinderungen rechnen. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis und empfiehlt, das Zentrum weiträumig zu umfahren.
Die Bauarbeiten am Ehinger Tor sind Teil eines Großprojekts zur Neugestaltung des Verkehrsknotenpunkts. Geplant sind neue Gleise für die Straßenbahn, breitere Gehwege und ein moderner Busbahnhof. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 45 Millionen Euro. Die Bauzeit ist auf drei Jahre veranschlagt, die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen.
Busverkehr: Umleitungen und Ersatzhaltestellen
Die Stadtwerke Ulm haben die Buslinien angepasst. Die Linien 5, 9 und 15 werden über die Haltestelle „Theater“ umgeleitet. Die Haltestelle „Ehinger Tor“ ist für Busse nicht mehr anfahrbar. Stattdessen wurden Ersatzhaltestellen in der Nähe eingerichtet: in der Blaubeurer Straße und in der Karlstraße. Die Busse fahren im 10-Minuten-Takt, es kann jedoch zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten kommen.
„Wir empfehlen den Fahrgästen, mehr Zeit einzuplanen und die Fahrplanauskunft in der App zu nutzen“, sagt Stefan Müller, Pressesprecher der Stadtwerke Ulm. „Die Umleitungen sind ausgeschildert, aber gerade in den ersten Tagen kann es zu Unsicherheiten kommen.“ Die Stadtwerke haben zudem zusätzliches Personal an den Haltestellen eingesetzt, um die Fahrgäste zu informieren.
Auswirkungen auf den Straßenverkehr
Die Sperrung der Kreuzung hat erhebliche Auswirkungen auf den Straßenverkehr. In den ersten Tagen bildeten sich lange Staus auf den Ausweichrouten. Die Stadt hat daher die Ampelschaltungen angepasst und zusätzliche Abbiegespuren eingerichtet. Dennoch kommt es insbesondere zu den Stoßzeiten zu Verzögerungen. Pendler werden gebeten, auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umzusteigen.
Anwohner klagen über Lärm und Staub. Die Stadt hat jedoch Maßnahmen ergriffen, um die Belastung zu reduzieren: Baustellenfahrzeuge sind nur zu bestimmten Zeiten unterwegs, und es werden Staubschutzwände aufgestellt. „Wir versuchen, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, erklärt Baubürgermeister Tim von Werne. „Aber eine Baustelle dieser Größenordnung ist natürlich mit Einschränkungen verbunden.“
Hintergrund: Das Projekt Ehinger Tor
Das Ehinger Tor ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Ulm. Täglich passieren rund 50.000 Fahrzeuge die Kreuzung. Der Umbau ist notwendig, um die Verkehrsinfrastruktur an die wachsende Stadt anzupassen. Die Stadt Ulm wächst jährlich um etwa 1.000 Einwohner, und der Verkehr nimmt entsprechend zu. Das Projekt umfasst auch den barrierefreien Ausbau der Haltestellen und die Verlegung von Versorgungsleitungen.
Die Bauarbeiten werden in mehreren Phasen durchgeführt. In der ersten Phase, die bis Ende 2024 dauert, werden die Gleise und der Busbahnhof gebaut. In der zweiten Phase folgen dann die Straßenarbeiten und die Gestaltung der Oberfläche. Während der gesamten Bauzeit bleibt die Fußgängerzone zugänglich, und die Geschäfte in der Umgebung sind weiterhin geöffnet.
Tipps für Betroffene
Die Stadt Ulm hat eine eigene Website eingerichtet, auf der aktuelle Informationen zur Baustelle abrufbar sind. Dort finden sich auch Karten mit den Umleitungen und den Ersatzhaltestellen. Zudem gibt es einen Newsletter, über den Interessierte regelmäßig über den Baufortschritt informiert werden.
Für Autofahrer gilt: Am besten das Navi nutzen und die Umleitungsempfehlungen beachten. Für Busfahrgäste: Die App der Stadtwerke zeigt die aktuellen Abfahrtszeiten und die geänderten Routen an. Und für alle, die zu Fuß unterwegs sind: Es gibt zusätzliche Fußgängerwege, die ausgeschildert sind.
Die Stadtverwaltung bittet alle Verkehrsteilnehmer um Geduld und Verständnis. „Die Baustelle ist eine Belastung, aber sie ist notwendig, um Ulm zukunftsfähig zu machen“, so Baubürgermeister von Werne. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten.“



