Ferienverkehr: 600 Kilometer Stau auf deutschen Autobahnen
Ferienverkehr: 600 Kilometer Stau auf Autobahnen

Die Sommerferien sind in den letzten Bundesländern gestartet – und das hat am Freitag auf den deutschen Autobahnen zu erheblichen Behinderungen geführt. Bereits seit den Morgenstunden waren zahlreiche Familien in Richtung Urlaubsziele unterwegs. Zusammen mit Berufspendlern und Lastwagen ergab sich ein dichtes Verkehrsaufkommen, das erst am Samstagnachmittag deutlich nachließ. Auf vielen Routen half nur noch eines: Geduld haben und im Stau warten.

Der ADAC sprach von einer der größten Reisewellen dieses Sommers. Eine Sprecherin des Automobilclubs erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass vor allem die Kombination aus Urlaubern und Tagesausflüglern für die langen Staus gesorgt habe. Zur Mittagszeit, zwischen 12 und 13 Uhr, erreichte die Gesamtlänge aller Staus auf Deutschlands Autobahnen einen Höchstwert von knapp 600 Kilometern.

„Da konnte man den Urlaubsverkehr richtig sehen", sagte die Sprecherin. Solche Werte seien typisch für den Beginn der Sommerferien, wenn gleich mehrere Bundesländer fast zeitgleich in die unterrichtsfreie Zeit starteten. Die Autofahrer mussten sich auf vielen Strecken auf zeitraubende Umwege oder lange Wartezeiten einstellen.

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Schwerpunkte in Nord- und Süddeutschland

Besonders betroffen waren am Freitag die Autobahnen in Schleswig-Holstein sowie im Süden der Bundesrepublik. In Bayern und Baden-Württemberg stauten sich die Fahrzeuge auf den wichtigsten Fernstraßen und in Baustellenbereichen. Dort kamen Pendlerströme, Urlauberverkehr und Lkw-Transporte zusammen, wodurch der Verkehr nur stockend vorankam. Die ADAC-Sprecherin wies darauf hin, dass die Staus nicht nur auf den klassischen Urlauberrouten entstanden, sondern auch auf Strecken, die von Tagesausflüglern genutzt werden.

Gerade auf den Hauptachsen in diesen Bundesländern war die Lage zeitweise festgefahren. Die Sprecherin beschrieb das Geschehen als einen typischen Ferientag mit hohem Ausflugs- und Urlaubsverkehr, der sich gegenseitig verstärkte. Die Verkehrsteilnehmer mussten sich auf erhebliche Zeitverluste einstellen.

Ausblick: Am Sonntag wird es wieder voll

Für Sonntag erwartet der ADAC ein leicht rückläufiges Reiseaufkommen im Vergleich zum Freitag. Allerdings zeichnet sich ab, dass der Rückreiseverkehr aus dem Süden Bayerns am Nachmittag deutlich spürbar sein wird. Die Sprecherin nannte dabei eine besonders kritische Stelle: „Die A7 zwischen Würzburg und Fulda ist ein gewisses Nadelöhr", warnte sie.

Wer am Sonntag in diesen Regionen unterwegs ist, muss mit zählem Verkehr und längeren Fahrzeiten rechnen. Auch auf anderen Hauptstrecken könne es zu Stockungen kommen, insbesondere wenn Tagesausflügler am Nachmittag von ihren Wochenendtrips zurückkehren. Generell empfiehlt es sich, für die Fahrt in den Urlaub oder zurück ausreichend Pausen einzuplanen und den Verkehrsfunk oder Online-Dienste zu nutzen, um Staus zu umfahren.

Hintergrund: Der letzte Ferienstart in diesem Sommer

Die Sommerferien werden in Deutschland zeitlich gestaffelt vergeben, um die Verkehrs- und Urlaubssaison zu entzerren. An diesem Wochenende war es die letzte Gruppe von Bundesländern, die ihre Ferien begann. Aus diesem Grund fiel das Verkehrsaufkommen besonders hoch aus – zusätzlich zu den üblichen Reisewellen der bereits früher gestarteten Regionen.

Schon in der Vorwoche war nach Angaben des ADAC auf den Autobahnen viel los. Doch der Ferienbeginn in Bayern, wo viele Urlauber in den Süden aufbrechen, habe die Situation noch einmal verschärft, so die Sprecherin. Die Auswirkungen seien auf den Straßen deutlich zu spüren gewesen. Auch in Schleswig-Holstein, wo ebenfalls viele Ferienreisende unterwegs waren, habe sich der Verkehr zeitweise gestaut.

Zahlen und Fakten zum Ferienverkehr

Die genannten 600 Kilometer Stau sind nur eine Momentaufnahme; die tatsächliche Belastung dürfte über den Tag hinweg noch höher gewesen sein. Der ADAC erfasst die Daten über Sensoren, GPS-Meldungen und Hinweise der Verkehrsleitstände. Solche Spitzenwerte sind typisch für die letzten Ferienstart-Wochenenden im Sommer, da sich die Reiserouten vieler Bundesbürger bündeln.

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Der Sonntag gilt traditionell als der Tag mit dem stärksten Rückreiseverkehr. Wer die Wahl hat, sollte daher besser auf Montag oder Dienstag ausweichen, um dem Stau aus dem Weg zu gehen. Auch das Reisen am frühen Morgen kann helfen, da sich der Verkehr häufig erst ab 10 Uhr verdichtet.

Blick auf die kommende Woche

Nach diesem Wochenende wird sich das Verkehrsgeschehen auf den Autobahnen voraussichtlich wieder normalisieren. Der große Ansturm der Ferienreisenden ist dann abgeflaut. Allerdings bleibt das Thema Stau auch in den kommenden Wochen präsent, da viele Urlauber ihre Rückreise antreten werden. Der ADAC wird auch dann wieder regelmäßig über die aktuelle Lage informieren.

Für alle, die jetzt noch in den Urlaub aufbrechen, gilt: Die Sommerreisezeit ist nicht nur auf der Straße spürbar, sondern auch auf den Raststätten und in den Baustellenbereichen. Planung und Flexibilität sind das A und O – dann steht einem erholsamen Start in die Ferien auch nach einer langen Autofahrt nichts mehr im Wege.