Bei Dachau ist es auf der A8 zu einem schweren Frontalzusammenstoß mit einem Geisterfahrer gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Menschen verletzt, einige davon schwer. Die Autobahn musste für die Rettungs- und Bergungsarbeiten voll gesperrt werden.
Unfallhergang: Falschfahrer auf der A8
Ersten Ermittlungen zufolge war der Unfallverursacher zunächst auf der A8 in Richtung München unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache wendete er sein Fahrzeug jedoch auf der Fahrbahn und setzte seine Fahrt entgegen der Fahrtrichtung fort. Andere Verkehrsteilnehmer machten durch Hupen auf die Gefahr aufmerksam, konnten den Zusammenstoß aber nicht verhindern.
Kurz darauf kollidierte der Falschfahrer frontal mit einem entgegenkommenden Pkw. Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Fahrzeuge stark deformiert. Ersten Schätzungen zufolge entstand ein Sachschaden im hohen fünfstelligen Bereich.
Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst
Nach dem Notruf alarmierte die Integrierte Leitstelle Dachau ein Großaufgebot an Rettungskräften. Neben mehreren Rettungswagen und Notärzten wurde auch ein Rettungshubschrauber angefordert. Die Einsatzkräfte versorgten die Verletzten zunächst an der Unfallstelle und brachten sie anschließend in umliegende Kliniken.
Die Feuerwehr war mit zahlreichen Fahrzeugen und Einsatzkräften vor Ort. Sie sicherte die Unfallstelle ab, band ausgelaufene Betriebsstoffe und unterstützte die Polizei bei der Spurensicherung. Für die Bergung der Fahrzeuge musste ein Abschleppunternehmen angefordert werden.
Stundenlange Vollsperrung und Stau
Wegen der Rettungs- und Bergungsarbeiten musste die A8 im Bereich Dachau in beide Richtungen voll gesperrt werden. Es bildete sich zeitweise ein kilometerlanger Stau. Die Polizei richtete an den Anschlussstellen weiträumige Umleitungen ein. Pendler mussten mit erheblichen Behinderungen rechnen.
Erst nach mehreren Stunden konnte die Fahrbahn wieder freigegeben werden. Die genaue Dauer der Sperrung wurde von der Polizei zunächst nicht mitgeteilt.
Ermittlungen zur Unfallursache
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen. Nach ersten Erkenntnissen liegen Hinweise auf einen medizinischen Notfall beim Fahrer vor. Ein Sachverständiger soll den Unfallhergang rekonstruieren und prüfen, ob gesundheitliche Probleme zum Wendemanöver geführt haben.
Zudem wurde eine Blutentnahme angeordnet, um möglichen Alkohol- oder Drogeneinfluss zu klären. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck zu melden.
Geisterfahrer: Gefahr auf Autobahnen
Unfälle mit falsch fahrenden Fahrzeugen sind besonders gefährlich. Nach Angaben von Verkehrsexperten werden in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Geisterfahrer-Meldungen registriert. Die meisten Geisterfahrten bleiben jedoch ohne Folgen, da die Fahrer ihren Irrtum oft selbst erkennen und anhalten.
Kommt es jedoch zu einem Frontalzusammenstoß, sind die Verletzungen häufig besonders schwer. Bei einer Kollision mit 100 km/h beträgt die relative Aufprallgeschwindigkeit 200 km/h. Die Insassen haben dann kaum eine Überlebenschance.
Die A8 ist eine der meistbefahrenen Autobahnen Bayerns. Sie verbindet München mit Augsburg und Stuttgart. Täglich nutzen zehntausende Fahrzeuge die Strecke. Ein Unfall mit Vollsperrung hat daher immer weitreichende Folgen für den Verkehr.
So verhalten Sie sich bei einer Geisterfahrt richtig
Wer einen Geisterfahrer bemerkt, sollte sofort die Geschwindigkeit reduzieren, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern und die Warnblinkanlage aktivieren. Anschließend ist die Polizei über den Notruf 110 zu verständigen.
Fahrer, die selbst irrtümlich falsch gefahren sind, sollten auf dem Seitenstreifen anhalten, die Warnblinkanlage einschalten und das Fahrzeug nicht wenden. Sicherheitshalber sollte die Person die Autobahn über den Notausstieg verlassen und sich hinter die Leitplanke stellen, bis die Polizei eintrifft.



