Extreme Hitze hat am Dienstag den Bahnverkehr zwischen Nördlingen und Aalen lahmgelegt. Zahlreiche Züge fielen aus, Reisende strandeten in überhitzten Waggons oder auf Bahnsteigen. Die Deutsche Bahn meldete technische Störungen an Oberleitungen und Weichen, verursacht durch die hohen Temperaturen.
Zugausfälle und Verspätungen im Überblick
Betroffen war vor allem die Strecke zwischen Donauwörth und Aalen, auf der die Regionalzüge der Linie RB 89 verkehren. Laut Angaben der Deutschen Bahn wurden mindestens zehn Verbindungen gestrichen, viele weitere verspäteten sich um bis zu 60 Minuten. Ein Sprecher erklärte: „Die Hitze führt zu Materialausdehnungen, die die Sicherheit der Züge beeinträchtigen. Wir müssen das Netz vorsorglich entlasten.“
Besonders betroffen war der Abschnitt zwischen Nördlingen und Aalen, wo es zu einem kompletten Stillstand kam. Ein Zug mit etwa 200 Passagieren stand über eine Stunde lang auf offener Strecke, bevor er von einer Diesellok abgeschleppt werden konnte. Viele Reisende verpassten Anschlüsse und mussten auf Ersatzbusse umsteigen, die jedoch ebenfalls überlastet waren.
Auswirkungen auf Pendler und Touristen
Die Ausfälle trafen vor allem Pendler, die zwischen den Städten zur Arbeit fahren, sowie Touristen, die die Region besuchen. Ein betroffener Pendler berichtete: „Ich stand über zwei Stunden am Bahnsteig, ohne zu wissen, ob überhaupt ein Zug kommt. Das ist eine Zumutung.“ Die Bahn richtete ein Notfalltelefon ein und informierte über soziale Medien, doch viele Fahrgäste fühlten sich im Stich gelassen.
Auch der Güterverkehr war betroffen: Mehrere Frachtzüge mussten umgeleitet werden, was zu Verzögerungen in der Lieferkette führte. Die Industrie- und Handelskammer Schwaben forderte die Bahn auf, die Infrastruktur besser an den Klimawandel anzupassen. „Wir benötigen dringend Investitionen in hitzebeständige Technik, um die Wirtschaft nicht zu gefährden“, so ein Sprecher.
Hitze als wachsendes Problem für die Bahn
Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Bereits im Sommer 2022 hatte es ähnliche Probleme gegeben, als Temperaturen über 35 Grad zu zahlreichen Störungen führten. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben an Lösungen wie weißen Schienen und neuen Weichenheizungen, die auch bei Hitze funktionieren. Doch bis diese Maßnahmen flächendeckend greifen, müssen sich Fahrgäste weiterhin auf hitzebedingte Ausfälle einstellen.
Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage zu informieren und gegebenenfalls auf alternative Verkehrsmittel auszuweichen. Für die betroffenen Strecken wurden Ersatzfahrpläne erstellt, die jedoch nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.



