Merz will Bilger am Mittwoch zum Verkehrsminister ernennen lassen
Merz: Bilger wird neuer Verkehrsminister am Mittwoch

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seinen Vorschlag für die Neubesetzung des Verkehrsministeriums bekannt gegeben. Demnach soll der bisherige Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger (CDU) die Nachfolge von Patrick Schnieder (CDU) antreten, der das Ressort seit März 2025 führte. Die Ernennung ist für Mittwoch, den 29. Juli 2026, vorgesehen.

Hintergrund des Wechsels

Der überraschende Amtswechsel im Verkehrsministerium hatte in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen gesorgt. Patrick Schnieder war erst im März 2025 nach dem Rücktritt von Volker Wissing (parteilos) ins Amt gekommen. Nun soll er bereits nach gut einem Jahr abgelöst werden. Offiziell hieß es aus Regierungskreisen, der Wechsel stehe im Zusammenhang mit einer Neuaufstellung der Ressorts in der zweiten Hälfte der Wahlperiode. Schnieder selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Gründen.

Merz bedauert Kommunikationspanne

Bundeskanzler Merz räumte am Montag in Berlin ein, dass die Kommunikation des Amtswechsels missglückt sei. „Die Art und Weise, wie der Wechsel im Verkehrsministerium bekannt wurde, bedauere ich persönlich sehr“, erklärte Merz vor der Presse. Er betonte, dass der Vorgang intern abgestimmt gewesen sei, die Öffentlichkeit jedoch zu spät informiert wurde. Kritik aus den Reihen der Opposition wies er zurück: „Wir haben einen klaren Fahrplan, und der wird nun umgesetzt.“

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Steffen Bilger: Vom Staatssekretär zum Minister

Der designierte Verkehrsminister Steffen Bilger ist seit 2009 Mitglied des Bundestages und gilt als ausgewiesener Fachpolitiker. Der 47-jährige Schwabe war von 2018 bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unter Andreas Scheuer (CSU). Nach der Bundestagswahl 2021 wechselte er in die Opposition, bevor er 2025 nach dem Regierungswechsel erneut zum Parlamentarischen Staatssekretär im selben Ministerium berufen wurde. Bilger setzt sich besonders für den Ausbau der Schieneninfrastruktur und die Digitalisierung der Verkehrswege ein.

Auswirkungen auf die Verkehrspolitik

Der Wechsel an der Spitze des Verkehrsministeriums dürfte keine grundlegende politische Neuausrichtung bedeuten, da Bilger die bisherige Linie der Koalition aus Union, FDP und Freien Wählern weitgehend mitträgt. Allerdings wird erwartet, dass er stärkere Akzente bei der Modernisierung der Deutschen Bahn setzt. In seiner Zeit als Staatssekretär hatte er sich mehrfach für eine beschleunigte Planung von Schienenprojekten ausgesprochen. Die Opposition übte Kritik an der Personalie. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Anton Hofreiter, nannte die Ernennung „eine vertane Chance für einen echten Neuanfang“.

Terminplan für Mittwoch

Die offizielle Ernennung von Steffen Bilger zum Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur soll am Mittwochvormittag durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erfolgen. Anschließend wird Bilger im Bundestag vereidigt. Patrick Schnieder wird nach Informationen aus Regierungskreisen ein anderes Amt innerhalb der Unionsfraktion übernehmen. Details sollen zeitnah bekannt gegeben werden.

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