In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Kommunen nach dem Winter viele Straßenschäden festgestellt. Häufig lassen sich Umfang und Schadenshöhen aber bisher nicht beziffern, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Kommunen und Ländern ergab.
„Der Winter ist zwar noch nicht vorbei, ich gehe aber davon aus, dass für die Schadensbeseitigung in diesem Jahr mehr Geld in die Hand genommen werden muss als in den Jahren zuvor“, sagte etwa Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP). Besonders die häufigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter setzten den Straßen zu.
Die Städte Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau teilten etwa auf Anfrage mit, es gebe mehr Schlaglöcher als in den Vorjahren. Auch aus dem Landkreis Börde heißt es, die Schäden seien nach diesem Winter wesentlich höher als in den vergangenen fünf Jahren. Ähnlich wird die Lage im Landkreis Anhalt-Bitterfeld eingeschätzt.
Kleinere Löcher werden vielerorts aktuell mit Kaltasphalt repariert. „Kaltasphalt ist aufgrund seiner Produkteigenschaften geeignet für Sofortreparaturen auch bei Minusgraden“, teilte der Landkreis Stendal mit. Ab März kann dann Heißasphalt für Reparaturen eingesetzt werden. Die Kosten variieren dabei stark: Für kleinere Ausbesserungen mit Kaltmischgut liegen die Materialkosten bei etwa 1 bis 2,50 Euro pro Kilogramm. Ein Schlagloch von rund 40 Litern Volumen verursacht Materialkosten von ungefähr 140 Euro.
In Thüringen hat der Winter für etliche neue Hindernisse für Autofahrer gesorgt. Einige Landkreise berichten von teils deutlichen Schäden auf ihren Kreisstraßen. Im Saale-Holzland-Kreis etwa bewegt sich der Schaden im sechsstelligen Bereich. In diesem Winter gebe es mehr Schlaglöcher als in den vergangenen Jahren. Die Stadt Gotha geht sogar davon aus, dass sich die Schäden in etwa verdoppeln. Andernorts bewegten sich die Schäden aber im Bereich der vergangenen Jahre. Im Weimarer Land etwa sei die Frostperiode vergleichsweise konstant verlaufen.
In Leipzig sorgte am Montagmorgen ein Schlagloch mit acht bis zehn Zentimetern Tiefe für eine stundenlange Straßensperrung in der Innenstadt. Die Reparatur kostete nach Angaben der Stadt etwa 1.500 Euro. Die Stadt geht daher von einer überdurchschnittlichen Schadensbilanz im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren mit eher milden Wintern aus.



