Speedweek: Polizei Brandenburg kontrolliert Alleen und Landstraßen
Speedweek: Brandenburgs Polizei kontrolliert Alleen

Potsdam – In der kommenden Woche ist es wieder so weit: Die Polizei Brandenburg nimmt an der bundesweiten „Speedweek“ teil, einem europaweit koordinierten Aktionszeitraum gegen Geschwindigkeits- und Aggressionsdelikte im Straßenverkehr. Die verstärkten Kontrollen beginnen am Montag und laufen die gesamte Woche über. Im Fokus stehen nicht nur überhöhte Geschwindigkeit, sondern auch Drängeln, zu dichtes Auffahren und andere Formen aggressiven Fahrverhaltens, wie eine Polizeisprecherin ankündigte.

Die Aktion richtet sich gezielt auch an das Berliner Umland. Die Leiterin der Verkehrspolizei in der Polizeidirektion West, Peggy Baier, stellte klar: „Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren.“ Damit reagiert die Polizei auf ein wachsendes Problem: Aggressives Fahrverhalten auf deutschen Straßen nimmt zu.

Alleen und Landstraßen im Visier

Gerade Alleen sind für ihre besonderen Gefahren bekannt – enge Fahrbahn, Bäume direkt am Straßenrand und oft unübersichtliche Kurven. Bei überhöhter Geschwindigkeit sind die Folgen eines Unfalls hier besonders schwer. Die Polizei Brandenburg will genau dort verstärkt messen. Neben stationären Anlagen kommen mobile Geräte und zivile Videowagen zum Einsatz. Letztere sind besonders wichtig, um Verhaltensweisen zu dokumentieren, die mit einer Radarfalle allein nicht erfasst werden können.

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Die Beamten im Videowagen hätten beobachtet, dass rücksichtsloses Fahren nahezu täglich vorkommt. „Rechts überholen, Drängeln, Lichthupe und Geschwindigkeiten jenseits von 220 Kilometern pro Stunde in beschränkten Bereichen werden fast täglich festgestellt und geahndet“, berichtete Peggy Baier. Diese Kombination aus Tempo- und Verhaltenskontrollen ist ein zentraler Bestandteil der Speedweek.

Aggressives Verhalten hat viele Gesichter

Die Liste der beobachteten Verstöße ist lang: Rechtsüberholen, dichtes Auffahren mit minimalem Abstand, wiederholtes Betätigen der Lichthupe, um den Vorausfahrenden unter Druck zu setzen, oder das plötzliche Ausscheren ohne Blinken. All das sind Manöver, die nicht nur Bußgelder nach sich ziehen können, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Laut Polizei werden solche Verstöße während der Speedweek konsequent geahndet.

Lichthupe und aggressives Auffahren sind keine Kavaliersdelikte. Erlaubt ist die Lichthupe grundsätzlich nur, um einen Überholvorgang anzukündigen oder vor einer Gefahr zu warnen. Wer sie missbraucht, um den Vordermann zu nötigen, riskiert eine Anzeige wegen Nötigung. Auch der Sicherheitsabstand wird von den Beamten kontrolliert – nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf Landstraßen, wo Geschwindigkeit und Abstand oft eng zusammenhängen.

Roadpol: Europaweiter Schulterschluss

Die Speedweek ist keine nationale Erfindung. Sie wird vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol koordiniert, das sich die Bekämpfung von Verkehrsunfällen und schweren Verkehrsverstößen zum Ziel gesetzt hat. Zweimal im Jahr – jeweils im April und im August – führen die Mitgliedsstaaten gemeinsame Kontrollwochen durch. Dabei überwachen die Polizeibehörden in ganz Europa gleichzeitig die Geschwindigkeit auf ihren Straßen. Auch andere Delikte wie Alkohol- oder Drogenfahrten stehen regelmäßig im Fokus.

In Brandenburg beteiligen sich in dieser Woche alle Polizeidirektionen an der Aktion. Das bedeutet: Autofahrer müssen sowohl auf den Autobahnen als auch auf den Landstraßen in der gesamten Region mit verstärkten Kontrollen rechnen. Die Beamten achten dabei nicht ausschließlich auf die gefahrene Geschwindigkeit, sondern auch auf den Sicherheitsabstand und die allgemeine Fahrweise.

Konsequenzen für Temposünder

Bei Verstößen drohen neben Geldbußen auch Punkte im Fahreignungsregister sowie Fahrverbote. Gerade bei deutlichen Überschreitungen oder bei aggressiven Fahrmanövern kann die Polizei den Führerschein sogar noch an Ort und Stelle sicherstellen. Die Erfahrung aus früheren Speedweeks zeige, dass die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße während der Kontrollwochen messbar zurückgehe, heißt es von der Polizei. Ob dieser Effekt nachhaltig ist, hänge von der Dichte der Kontrollen ab.

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Überhöhte Geschwindigkeit zählt zu den häufigsten Unfallursachen überhaupt. Gerade auf Landstraßen, wo hohe Geschwindigkeiten auf ungeschützte Hindernisse treffen, sind die Folgen oft dramatisch. Die Polizei Brandenburg setzt deshalb auf eine Mischung aus Präsenz und Technik: Sichtbare Messstellen sollen abschrecken, verdeckte Videowagen decken auf, was Radargeräte nicht sehen.

Die Ankündigung der Kontrollen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über Verkehrssicherheit wieder intensiver geführt wird. Raserei mit extrem überhöhter Geschwindigkeit sorgt immer wieder für Entsetzen – auch in Brandenburg und Berlin. Die Speedweek setzt genau hier an: Wer in der kommenden Woche unterwegs ist, sollte Geschwindigkeit und Abstand besonders im Blick behalten. Denn die Polizei wird nicht nur messen, sondern auch beobachten, wie sich die Verkehrsteilnehmer im Miteinander verhalten.