Speedweek: Mehr Tempo-Kontrollen in NRW und Europa
Speedweek: Polizei NRW blitzt zur Ferienzeit

Zum Ferienauftakt intensiviert die Polizei in Nordrhein-Westfalen ihre Geschwindigkeitskontrollen: Während der ersten Augustwoche stehen vor allem Unfallschwerpunkte im Fokus der Beamten. Auch zahlreiche andere Bundesländer sowie europäische Staaten beteiligen sich an der europaweiten Aktionswoche, die vom europäischen Verkehrspolizeiverband Roadpol organisiert wird.

Nach Angaben des Innenministeriums soll die Aktion die Zahl schwerer Verkehrsunfälle senken. „Nach wie vor ist in Nordrhein-Westfalen überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen“, sagte ein Sprecher. Wo und wann konkret geblitzt wird, entscheiden die einzelnen Kreispolizeibehörden.

Kontrollen an Unfallschwerpunkten

Die Tempokontrollen konzentrieren sich nicht nur auf Autobahnen und Landstraßen, sondern auch auf Bereiche mit erhöhtem Gefahrenpotenzial: Baustellen, Schul- und Kindergartenumfelder sowie besonders unfallträchtige Streckenabschnitte. Wer zu schnell fährt, muss mit Verwarngeld oder Bußgeld rechnen. Die Polizei setzt dabei nicht allein auf Radarfallen: „Grundsätzlich suchen die Beamten bei Kontrollen das Gespräch mit den Verkehrsteilnehmern, um auf die Gefahren durch Geschwindigkeitsüberschreitungen hinzuweisen“, heißt es aus Kreisen der Polizei.

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In Deutschland verzichten laut AvD-Übersicht drei Bundesländer auf die Teilnahme an der Kontrollwoche: Bayern, das Saarland und Sachsen.

ADAC begrüßt Aktion, sieht aber Grenzen

Der ADAC Nordrhein bewertet die verstärkten Kontrollen grundsätzlich positiv. Die Aktionswochen leisteten einen Beitrag zur Verkehrssicherheit, da sie Verkehrsteilnehmer für die Risiken zu hoher Geschwindigkeit sensibilisierten, so ein Sprecher. Allerdings könnten solche Aktionen nicht alle Gefahren im Straßenverkehr dauerhaft beseitigen. „Jeder sollte sein Verhalten immer wieder kritisch hinterfragen und falls nötig verändern.“

Zugleich fordert der Automobilclub dauerhaft mehr gezielte Kontrollen an Gefahrenschwerpunkten. Nur wenn angemessene Strafen mit einer hohen Entdeckungswahrscheinlichkeit zusammenwirkten, hielten sich notorische Raser eher an die Regeln.

AvD: Timing in der Hauptreisezeit problematisch

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) zeigt sich zwiegespalten. Einerseits begrüßt man Geschwindigkeitskontrollen dort, wo sie einen echten Sicherheitsgewinn bringen und auf Gefahrensituationen hinweisen. Andererseits sei der Zeitpunkt der „Speedweek“ bewusst in die Ferien- und Hauptreisezeit gelegt worden. „Kontrollen sollten nicht den Eindruck erwecken, in erster Linie der Einnahmeerzielung zu dienen“, betonte der AvD. Verkehrssicherheit entstehe durch nachvollziehbare Regeln, deren konsequente Durchsetzung sowie die Eigenverantwortung aller Verkehrsteilnehmer.

Der ADAC Nordrhein ergänzt: Wenn Autofahrer den Sinn einer Blitzeraktion verstünden, sei die Akzeptanz deutlich höher. „Ansonsten ärgern sich die Leute nur kurzfristig, sie haben eher das Gefühl, die Behörden wollen ihre Kassen füllen, und der Sinn und Zweck einer Blitzeraktion verpufft.“

Speedweek ohne Schwerpunkttag

Vom 3. bis 9. August veranstaltet der europäische Verkehrspolizeiverband Roadpol die diesjährige „Speedweek“. Im Gegensatz zur Aktionswoche im April gibt es keinen speziellen Schwerpunkttag; stattdessen müssen Autofahrer während der gesamten Woche mit deutlich mehr stationären und mobilen Kontrollen rechnen. Der AvD weist darauf hin, dass auf Autobahnen, Landstraßen, an Unfallschwerpunkten, in Baustellen und im Umfeld von Schulen besonders häufig geblitzt werden solle.

Dröhnende Strafen im europäischen Ausland

Der ADAC hatte erst vor wenigen Wochen darauf hingewiesen, dass Temposünden, Handyverstöße oder falsches Parken in vielen europäischen Ländern deutlich strenger geahndet werden als in Deutschland. Zudem vollstrecken EU-Staaten Bußgelder zunehmend grenzüberschreitend. Die konkreten Sanktionen können sich gewaschen haben: Wer etwa in Norwegen 20 km/h zu schnell fährt, zahlt 750 Euro. In den Niederlanden sind es mindestens 230 Euro, in Schweden mindestens 215 Euro. Noch teurer wird die Handynutzung am Steuer: Norwegen verlangt 935 Euro, die Niederlande 440 Euro. Letztere nutzen sogar spezielle „Handy-Blitzer“, um Smartphone-Sünder zu entlarven.

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Der ADAC Nordrhein rät daher, sich vor Reiseantritt über die wichtigsten Verkehrsregeln im Urlaubsland zu informieren – etwa über Vorschriften zu Warnwesten, Alkoholgrenzen und Tempolimits, die sich von Land zu Land erheblich unterscheiden.

Ausblick: Kontrollen auch nach den Ferien

Nach der Speedweek stehen weitere Kontrollen an: Zu Beginn des Schuljahres richtet die Polizei ihr Augenmerk verstärkt auf das Umfeld von Schulen. Die Landesverkehrswacht NRW appelliert seit Jahrzehnten an Autofahrer, auf Schulanfänger besonders Rücksicht zu nehmen.