Warnstreiks im Nahverkehr: Pendler in Bayern müssen erneut improvisieren
Ein Warnstreik im kommunalen Nahverkehr in Bayern hat erneut zu erheblichen Einschränkungen geführt. Fahrgäste in mehreren Städten waren gezwungen, kreative Lösungen zu finden, während sich die Straßen deutlich füllten. Die Gewerkschaft Verdi plant vorerst keine weiteren Aktionen bis zur nächsten Verhandlungsrunde.
Einschränkungen in Nürnberg, Passau und München
In Nürnberg blieben sowohl U-Bahnen als auch Trambahnen in den Depots, wie Michael Batog von Verdi berichtete. In Passau stand der gesamte Nahverkehr still, ergänzte seine Kollegin Katharina Wagner. In München war die Situation zunächst angespannt, entspannte sich jedoch im Laufe des Tages. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilte mit, dass ein geregelter Betrieb voraussichtlich erst am Donnerstag wieder möglich sein werde.
Am Vormittag fuhren in München die U-Bahn zwischen Marienplatz und Fröttmaning sowie die Tramlinien 20 und 25 im 10-Minuten-Takt. Bei den Bussen waren drei Viertel aller Fahrzeuge unterwegs, teilweise ebenfalls im 10-Minuten-Takt. Grund für die Besserung war, dass sich mehr Mitarbeiter zum Dienst gemeldet hatten als beim vorherigen Warnstreik vor eineinhalb Wochen.
Auswirkungen auf den Berufsverkehr und besondere Regelungen
Der Warnstreik wirkte sich spürbar auf den Berufsverkehr aus. In München und Nürnberg war das Stauniveau laut Verkehrsdatenanbieter TomTom deutlich höher als im Jahresdurchschnitt 2025. In München lag es fast zweieinhalbmal so hoch, in Nürnberg sogar mehr als dreimal so hoch, allerdings etwas schwächer als beim ersten Warnstreik am 2. Februar.
Für das DFB-Pokalspiel in der Allianz-Arena gab es eine besondere Regelung: Die U-Bahn im Abschnitt Marienplatz-Fröttmaning fuhr am Abend, und der Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke wurde für Fußballfans verstärkt. In Nürnberg musste aufgrund der Biofach-Messe ein Bus-Shuttle-Service eingerichtet werden, um Tausende Besucher zu transportieren.
Tarifkonflikt und nächste Schritte
Verdi fordert in dem Tarifkonflikt in Bayern unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte lehnen dies als zu teuer ab und verweisen auf ihr Angebot von weiteren Verbesserungen und einer Entgelterhöhung von mindestens 5 Prozent.
Gewerkschaftssekretärin Katharina Wagner kündigte an, dass es bis zur nächsten Verhandlungsrunde am Freitag keine weiteren Warnstreiks in Bayern geben werde. Sie betonte, dass die Gewerkschaft nicht die Fahrgäste treffen wolle, sondern Druck auf die Arbeitgeber ausüben müsse. Warnstreiks würden in der Regel früh angekündigt, um Überraschungen zu vermeiden.
Der Warnstreik betraf auch Bayreuth und Dachau, wo Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen ihre Arbeit niederlegten. Es ist das zweite Mal im laufenden Tarifkonflikt, dass Verdi zu diesem Druckmittel greift. S-Bahnen und Regionalbahnen fuhren trotz des Streiks weiter, jedoch gab es in München aufgrund von Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke abends Einschränkungen.



