Iran-Konflikt bedroht Medikamentenversorgung: Drei Wirkstoffe könnten knapp werden
Iran-Konflikt: Drei Medikamente könnten knapp werden

Iran-Krieg gefährdet deutsche Medikamentenversorgung

Nicht nur steigende Öl- und Spritpreise sind spürbare Folgen des Krieges im Iran. Der Konflikt bedroht nun auch die Arzneimittelversorgung in Deutschland. Die Situation an der strategisch wichtigen Straße von Hormus betrifft nicht nur Öltanker, sondern auch Schiffslieferungen von essentiellen Medikamenten-Rohstoffen aus Asien.

„Ein Risiko besteht, und es ist kein kleines“

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) warnt vor einem „neuen Krisenherd“. „Jede politische Krise entlang der Handelsroute zwischen Asien und Europa ist ein Risikofaktor. Die aktuelle Eskalation erhöht das generelle Sicherheitsrisiko dramatisch“, erklärt BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimsen. Gegenüber der „Pharmazeutischen Zeitung“ betonte der Verband deutlich: „Ein Risiko besteht, und es ist kein kleines.“

Deutschlands Abhängigkeit von asiatischen Wirkstoffen

Deutschland ist bei der Arzneimittelversorgung in hohem Maße von Importen aus Asien abhängig, insbesondere von China. Einer Studie von Pro-Generika zufolge enthalten 60 bis 80 Prozent der in Europa verwendeten Medikamente Wirkstoffe aus China oder Indien. Die EU-Gesundheitsministerinnen und -minister gehen sogar von noch höheren Werten zwischen 80 und 90 Prozent aus.

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Besonders kritisch ist die Situation bei Antibiotika:

  • 47 Prozent der Produktionsstandorte befinden sich in China
  • 27 Prozent in Indien
  • Nur etwa 23 Prozent der Fabriken stehen in Europa

„Bei einem Ausfall chinesischer Lieferungen wäre bei mehr als einem Drittel der untersuchten versorgungskritischen Wirkstoffe die Versorgung in Deutschland gefährdet“, warnt Pro Generika. Besonders betroffen wären:

  1. Antibiotika
  2. Diabetes-Medikamente
  3. Schmerzmittel

Transportumwege verlängern Lieferzeiten und treiben Preise

Wegen des Konflikts im Nahen Osten müssen Transportschiffe nun einen langen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas nehmen, anstatt die übliche Route über den Suez-Kanal und das Rote Meer zu nutzen. Dies hat gravierende Folgen:

  • Die Transportzeit verlängert sich um 10 bis 14 Tage
  • Die Transportkosten steigen erheblich
  • Die Lieferketten werden zusätzlich belastet

Forderung nach europäischer Arzneimittelproduktion

Der BPI bezeichnet Deutschland und Europa als „verwundbar“ und „auf Krisen nicht ausreichend vorbereitet“. Der Verband fordert daher eine grundlegende Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik. Mehr Medikamente sollen wieder in Europa produziert werden, um die Abhängigkeit von Importen aus anderen Kontinenten zu reduzieren und die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

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