Prozess um Schönheits-OP-Pfusch: Patientin klagt über dauerhafte Entstellung
Prozess um Schönheits-OP-Pfusch: Patientin entstellt

Prozess um Schönheits-OP-Pfusch: Patientin klagt über dauerhafte Entstellung

Eine 41-jährige Berlinerin leidet nach einer missglückten Augenlidstraffung unter schwerwiegenden physischen und psychischen Folgen. Nasrin V. erklärte vor dem Amtsgericht Tiergarten mit bitterer Stimme: „Ich habe für immer meine Schönheit verloren.“ Seit Mittwoch steht die Schönheitsoperation im Mittelpunkt eines Gerichtsverfahrens, bei dem Arzt Arian T. (56) und Kosmetikerin Sara B. (50) auf der Anklagebank sitzen. Beide Angeklagten bestreiten die gegen sie erhobenen Pfusch-Vorwürfe entschieden.

Werbung im Internet führte zur Praxis in Neukölln

Die gelernte Friseurin Nasrin V. entdeckte die private Gemeinschaftspraxis ihrer iranischen Landsleute in Berlin-Neukölln über Werbung im Internet. Beim ersten Beratungsgespräch am 21. April 2022 habe die Angeklagte Sara B. ihr versichert: „Das ist eine einfache OP. Ich kann die machen.“ Sie habe sich als erfahrene Schönheitschirurgin präsentiert und einen Preis von 1.500 Euro genannt – ohne Quittung. Laut Staatsanwaltschaft hat Sara B. zwar im Iran Medizin studiert, besitzt jedoch keine ärztliche Zulassung in Deutschland.

Horror bei der Operation am 9. Mai 2022

Nasrin V. schilderte vor Gericht den traumatischen Ablauf der Operation: „Sie gab mir eine Narkosespritze und begann mit der Schere zu schneiden. Ihre Hände zitterten… Plötzlich brannte mein linkes Auge wie Feuer. Es blutete stark. Ich schrie.“ Der Staatsanwalt führte aus, der Schnitt sei offensichtlich zu tief angesetzt worden, sodass das Oberlid so stark gestrafft wurde, dass es sich nicht mehr schließen ließ. Zudem sei von nicht steril abgepacktem OP-Besteck und einem wissentlich fehlerhaft verwendeten Faden beim Vernähen der Wunde die Rede. Die Patientin berichtete: „Ich wollte, dass sie mich nicht mehr anfasst.“ Das rechte Augenlid habe dann der angeklagte Arzt Arian T. operiert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dauerhafte Schäden und psychische Folgen

Nach der Schönheitsoperation konnte Nasrin V. ihr linkes Auge nicht mehr richtig schließen, musste ständig Tropfen gegen das Austrocknen anwenden und nachts eine spezielle Maske tragen. Schließlich folgte eine zweite Operation, um die Schäden zu beheben. Ihr Mann habe damals alle Spiegel in der Wohnung zugeklebt, „damit ich mich nicht sehen muss“. Die Patientin leidet seither unter schweren psychischen Folgen, darunter Schlaflosigkeit und depressive Verstimmungen.

Angeklagte bestreiten alle Vorwürfe

Arzt Arian T. erklärte vor Gericht, er selbst habe beide Augenlider operiert. Plötzlich habe das linke Lid stärker als erwartet geblutet: „Ich entdeckte einen Tumor.“ Die Patientin habe ihn gebeten, diesen zu entfernen, was den großen Randschnitt am Lid erkläre. Sie sei jedoch nicht zur vereinbarten Nachsorge erschienen. Auch Kosmetikerin Sara B. wies jede Schuld von sich. Sie habe sich weder als Ärztin ausgegeben noch operiert: „Ich habe die Operation vorbereitet, kompakte Kompressen gereicht.“ Ausschließlich steriles Material sei verwendet worden. Damit steht nun Aussage gegen Aussage. Das Verfahren wird am Freitag, den 27. März, fortgesetzt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration