Hitzewellen setzen nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen im Garten stark zu. Trockenheit, Sonnenbrand und Wasserstress gefährden Rasen, Sträucher und Bäume. Der Experte Gerd Bergmann von der Hessischen Gartenakademie in Kassel erklärt, wie Hobbygärtner ihre grünen Oasen durch den Sommer bringen.
Richtig gießen: Zeitpunkt und Wassermenge
„Wenn man gießt, dann nicht nur immer ein bisschen, sondern ausgiebig und durchdringend, damit die Wurzeln im unteren Bereich auch Wasser bekommen“, rät Bergmann. „Durchdringend heißt normalerweise 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter.“ Am besten eignet sich Regenwasser, doch da dieses knapp werden kann, empfiehlt der Fachmann, Regenwasser mit Leitungswasser zu mischen. Die optimale Gießzeit ist morgens zwischen 6 und 9 Uhr, weil die Verdunstung dann am geringsten ist. Falls das nicht möglich ist, sollte man abends gießen, wenn es abgekühlt ist.
Boden vor Austrocknung schützen
Offene Beete sind tabu. „Man sollte keine offenen Beete und Flächen haben“, sagt Bergmann. Sie sollten mit Mulch oder Bewuchs abgedeckt werden, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Ein humusreicher Boden, der durch Kompost, Mulch und organische Biomasse entsteht, speichert Wasser besser. Auch das oberflächliche Bewegen der Erde durch Hacken ist hilfreich.
Pflanzenauswahl anpassen
Bei der Gartenplanung rät Bergmann zu Sorten, die Hitze und Trockenheit vertragen. Eine Mischbepflanzung – ob Bäume, Sträucher oder Stauden – senkt das Ausfallrisiko. „Das Risiko des Ausfalles ist dann einfach geringer.“ Rasen hingegen sollte man nach Möglichkeit vermeiden. „Generell würde ich empfehlen, keinen Rasen mehr zu pflanzen. Man sieht ja, wie braun er überall ist.“ Wer dennoch Rasen möchte, sollte auf trockenheitsverträgliche Arten wie Rohrschwingel setzen. Dieses Gras hat tiefe Wurzeln und benötigt deutlich weniger Wasser. Mikroklee im Rasen bleibt länger grün und schützt den Boden vor dem Austrocknen.
Bäume schützen und Schädlinge bekämpfen
„Bei Bäumen sollte man auf jeden Fall einen Weißanstrich gegen die Sonneneinstrahlung machen“, erklärt Bergmann. „Das reflektiert die Sonneneinstrahlung und verhindert Risse. Ideal ist der Anstrich im Herbst, Oktober oder November, dann hat man für das ganze Jahr Schutz.“ Schädlinge wie Wanzen und Thripse nehmen zu. Um Befall zu vermeiden, ist eine gute Nährstoffversorgung der Pflanzen entscheidend. Bei Befall helfen natürliche Mittel wie Seifenlauge. „Bei einem Befall mit Wanzen hilft nur eins: absammeln.“
Schatten und Standort beachten
Pflanzen sollten bei Hitze nicht vor weiße Wände gestellt werden, da diese viel Licht reflektieren und die Pflanze austrocknen lassen. Empfindliche Pflanzen benötigen Schatten durch Sonnenschirme oder Schattensegel. Bei Fragen hilft das kostenfreie Gartentelefon der Hessischen Gartenakademie unter der Nummer +49 561 7299 377, montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 11 Uhr.



