AfD-Abend in Sachsen-Anhalt: Stauffenberg-Witz und DDR-Hymne sorgen für Eklat
AfD-Abend in Dessau-Roßlau: Stauffenberg-Witz und DDR-Hymne

Ein AfD-Wahlkampfabend in Dessau-Roßlau ist am Dienstag komplett entgleist: Kabarettist Uwe Steimle sorgte mit einem Gewaltfantasie über Friedrich Merz und dem Anstimmen der DDR-Hymne für einen Skandal. Auch AfD-Bundeschef Tino Chrupalla und Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beteiligten sich am Gesang des DDR-Unrechtstaates. Hunderte Zuschauer verfolgten die Veranstaltung live vor Ort und per Stream.

Stauffenberg-Witz: „Wo ist Stauffenberg, wenn man ihn braucht?“

Uwe Steimle, bekannt als Kabarettist und AfD-nah, saß auf einem barocken Stuhl neben den Parteifunktionären. Nach Ausführungen zur Verteidigungspolitik der Bundesregierung sagte er: „Mittlerweile muss ich sagen: Wenn ich Friedrich Merz sehe, frag ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn wirklich braucht.“ Die Aussage spielt auf Claus Schenk Graf von Stauffenberg an, der 1944 ein Attentat auf Adolf Hitler verübte. Damit stellte Steimle Merz in die Nähe Hitlers und äußerte einen versteckten Mordwunsch. Das Publikum quittierte die Aussage mit Pfeifen und Grölen. Die Moderatorin lobte: „Herr Steimle könnte den Abend auch alleine machen, aber das wollen wir ja nicht.“

DDR-Hymne: Chrupalla und Siegmund singen mit

Gegen Ende der Veranstaltung wollte Tino Chrupalla eigentlich die deutsche Nationalhymne anstimmen. „Das machen wir immer in Sachsen-Anhalt“, sagte der Parteichef. Er forderte Steimle auf: „Uwe, du stimmst jetzt mal die deutsche Nationalhymne an.“ Doch statt „Einigkeit und Recht und Freiheit“ erklang „Auferstanden aus Ruinen“ aus den Lautsprechern. Die Moderatorin versuchte vergeblich, Steimle zu stoppen. Chrupalla lachte zunächst verlegen, stimmte dann aber gemeinsam mit Siegmund in die Hymne des DDR-Unrechtstaates ein. Steimle rechtfertigte sich: „Ich kann nur die“ und pries den Text als „großartig“. Jedes Wort stimme, als wäre es heute. Chrupalla pflichtete bei: „Der ist sensationell.“ Am Ende setzte sich der Parteichef durch und sang doch noch die deutsche Hymne.

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Scharfe Kritik aus der Politik

Der Auftritt löste am Mittwoch heftige Kontroversen aus. Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) sagte: „Ich finde das extrem befremdlich.“ Das Anstimmen der DDR-Hymne sei besonders problematisch, wenn es von politischen Repräsentanten komme, die damit offensichtlich politische Botschaften verbinden wollten. Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt in Umfragen bei etwa 40 Prozent und damit deutlich vor der CDU. Am 6. September wird ein neuer Landtag gewählt. Am Wochenende hatte Siegmund ein 100-Tage-Programm vorgestellt, das unter anderem mehr Abschiebehaftplätze, eine Arbeitspflicht für Asylbewerber und die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags vorsieht.

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