Ein heller Punkt zieht über den Nachthimmel und verschwindet plötzlich – das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Satellit in einer niedrigen Erdumlaufbahn, der Sonnenlicht reflektiert, bis er in den Erdschatten eintaucht. Doch die Zahl dieser künstlichen Himmelskörper nimmt rasant zu, und Astronomen schlagen Alarm.
Zahl der aktiven Satelliten steigt rasant
Laut einer Studie der Europäischen Südsternwarte (ESO) von Anfang Juli umkreisen derzeit rund 14.000 aktive Satelliten die Erde. Olivier Hainaut von der ESO betont, dass diese Zahl in den kommenden Jahren deutlich steigen werde. Mehrere Unternehmen drängen mit großen Satellitenkonstellationen in den Orbit, darunter Starlink von SpaceX, OneWeb und Amazon mit Project Kuiper. Ziel ist es, globalen Internetzugang zu ermöglichen.
Besonders helle Satelliten genehmigt
Besonders besorgniserregend ist die jüngste Genehmigung eines besonders hellen Satelliten durch die US-Behörden. Dieser soll so konzipiert sein, dass er selbst mit bloßem Auge gut sichtbar ist. Experten befürchten, dass über Großstädten die künstlichen Objekte bald die einzigen „Sterne“ am Nachthimmel sein könnten. Die natürliche Sternenpracht würde dann durch eine Flut von Lichtpunkten überlagert.
Auswirkungen auf die Astronomie
Für die Astronomie hat diese Entwicklung schwerwiegende Konsequenzen. Teleskope auf der Erde werden durch die reflektierenden Satelliten gestört, insbesondere bei Langzeitbelichtungen. Hainaut erklärt, dass die Forschungsarbeit zunehmend erschwert werde. Die internationale Gemeinschaft arbeitet an Richtlinien, um die Helligkeit der Satelliten zu reduzieren, doch der Druck durch kommerzielle Interessen ist hoch.
Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Nachthimmel in naher Zukunft sein vertrautes Bild verlieren. Statt funkelnder Sterne sähen Menschen in Städten dann vor allem blinkende Satelliten – eine Entwicklung, die nicht nur die Wissenschaft, sondern auch das kulturelle Erbe der Menschheit betrifft.



