AfD-Politiker Frohnmaier trifft US-Unterstaatssekretärin Rogers am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz
AfD-Politiker trifft US-Diplomatin bei Sicherheitskonferenz

AfD-Außenpolitiker nutzt Münchner Sicherheitskonferenz für transatlantische Kontakte

Obwohl nicht offiziell eingeladen, wird Markus Frohnmaier, der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, die Münchner Sicherheitskonferenz besuchen. Sein Ziel: ein Treffen mit Sarah Rogers, der Unterstaatssekretärin für öffentliche Diplomatie im US-Außenministerium. Dies bestätigte Frohnmaier gegenüber Medien, nachdem sowohl BILD als auch WELT über die geplante Begegnung berichtet hatten.

Rogers als Vertreterin der Trump-Administration

Sarah Rogers positioniert sich seit ihrem Amtsantritt im Oktober als entschiedene Verfechterin der Meinungsfreiheit. Der britische Guardian beschreibt sie als öffentliches Gesicht der wachsenden Feindseligkeit der Trump-Regierung gegenüber liberalen Demokratien in Europa. Sie kritisiert regelmäßig europäische Gesetze gegen Hassrede, die sie als Einschränkung der Redefreiheit betrachtet.

Diese Haltung teilt sie mit US-Vizepräsident J.D. Vance, der bereits im vergangenen Jahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz behauptete, die Meinungsfreiheit sei in Europa auf dem Rückzug. Da Vance diesmal nicht anreist, wird Rogers offenbar als seine Vertreterin fungieren.

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Frohnmaiers transatlantische Agenda

Der 34-jährige AfD-Politiker äußerte gegenüber BILD: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Sarah Rogers, die sich als Under Secretary of State for Public Diplomacy mit großer Überzeugung für die Freiheit von Meinung und Rede einsetzt.“ Frohnmaier betonte, er wolle den transatlantischen Dialog vertiefen und die freie Meinungsäußerung auf beiden Seiten des Atlantiks stärken.

Seine Besorgnis über vermeintliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit formulierte er deutlich: „Wir beobachten, dass sich manche Bürger zunehmend zurückhalten, ihre Ansichten offen zu äußern, weil sie Nachteile im beruflichen oder privaten Umfeld befürchten.“

Monatelange Kontaktaufbau-Bemühungen

Das geplante Treffen ist kein Zufall. Frohnmaier traf Rogers bereits im Dezember während eines Washington-Besuchs. Kurz darauf war er Gast bei der Gala des New York Young Republican Club. Seit Monaten versucht der AfD-Außenpolitiker systematisch, Kontakte zu republikanischen Kreisen und der Trump-Administration aufzubauen.

Auch der offiziell eingeladene AfD-Verteidigungspolitiker Rüdiger Lucassen (74) plant Gespräche mit US-Vertretern. Ein ihm zugeschriebenes Positionspapier, das BILD vorliegt, fordert eine militärische Führungsrolle Deutschlands in Europa und soll als Grundlage für diese diplomatischen Kontakte dienen.

Politische Bedeutung des Treffens

Das Zusammentreffen am Rande der prestigeträchtigen Sicherheitskonferenz unterstreicht die wachsenden außenpolitischen Ambitionen der AfD. Während die Partei auf europäischer Ebene oft isoliert ist, sucht sie gezielt Allianzen mit gleichgesinnten Kräften in den USA. Die Wahl von Sarah Rogers als Gesprächspartnerin ist dabei strategisch klug gewählt, da sie als Schlüsselfigur in der öffentlichen Diplomatie der Trump-Regierung gilt.

Die Münchner Sicherheitskonferenz, traditionell ein Forum für etablierte diplomatische Kontakte, wird damit auch zur Bühne für alternative außenpolitische Netzwerke. Frohnmaiers Auftritt ohne offizielle Einladung demonstriert zudem, wie politische Akteure etablierte Protokolle umgehen können, um ihre Agenda voranzutreiben.

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