Anschlag beim Berliner CSD: Eine Tote, 21 Verletzte – Täter aus islamistischer Szene
Anschlag beim CSD: Tote, Verletzte, Täter aus Islamisten-Szene

Beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist am Samstagabend ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Dabei kam eine Frau ums Leben, 21 Personen wurden verletzt, fünf davon lebensgefährlich. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte am Sonntag: „Alles deutet darauf hin, dass wir es mit einem islamistischen Terroranschlag zu tun haben.“ Die Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen.

Das geschah am Tatort

Gegen 22 Uhr wurde der CSD abgebrochen, nachdem ein weißer Kleinbus auf der Lennéstraße in den Tiergarten gefahren war. Nach Polizeiangaben erfasste der Fahrer mehrere Menschen, bevor das Fahrzeug mit einem Baum kollidierte. Der oder die Täter flüchteten zu Fuß. Das beschädigte Auto wurde später in der Nähe des Ahornsteigs sichergestellt.

Die Feuerwehr bestätigte den Tod einer Frau sowie 21 Verletzte, darunter fünf mit lebensgefährlichen und fünf mit schweren Verletzungen. Bis Sonntagnachmittag waren alle Verletzten außer Lebensgefahr. Zudem mussten 45 Personen psychosozial betreut werden.

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Der Tatverdächtige: Abdul Ballout

Die Polizei identifizierte einen dringend Tatverdächtigen: den 21-jährigen Abdul Ballout. Er ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Ballout ist deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft, geboren 2005 in Berlin. Nach Angaben der „Bild“ war er bereits wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung bekannt und soll Anhänger des „Islamischen Staats“ (IS) sein.

Zeugen berichteten, dass der Täter nach der Autofahrt mit einer Stichwaffe – mutmaßlich einer Machete – auf Passanten eingestochen habe. Die Fahndung läuft bundesweit: Ballout ist 1,90 Meter groß, schlank, mit schwarzen Haaren, bekleidet mit schwarzem Hoodie und weißer Hose. Die Polizei warnt: „Er gilt als möglicherweise bewaffnet und gefährlich.“

Hintergründe zur Person

Nach Informationen des „Spiegels“ hatte Ballout im vergangenen Jahr versucht, sich dem IS anzuschließen. Nach einer Rückkehr aus dem Libanon kam er in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft warf ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor und forderte knapp drei Jahre Haft. Ein Gericht verurteilte ihn jedoch zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Erst im Mai 2026 wurde er aus dem Jugendarrest entlassen.

Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR zufolge war Ballout den Behörden seit Jahren als islamistischer Gefährder bekannt – bereits ab dem 16. Lebensjahr. Nach seiner Haft hatte er die Auflage, 26 Deradikalisierungsgespräche zu absolvieren. Die Organisation „Violence Prevention Network“ bestätigte zwei Treffen; der dritte Termin sollte am Montag stattfinden. Thomas Mücke, Leiter der Organisation, beschrieb Ballout gegenüber der ARD als „nicht fassbar und undurchschaubar“.

Weitere Festnahme und offene Fragen

In der Nacht nahm die Polizei einen weiteren Mann fest, der laut Polizei im Fahrzeug gesessen haben soll. Nach Informationen des RBB handelt es sich um einen Iraner. Er wurde mit einer blutenden Kopfwunde nahe des Tatorts gefasst. Ein DNA-Test soll klären, ob er der Beifahrer war.

Ungeklärt ist, wie Ballout trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen mit dem Auto in den Tiergarten gelangen konnte. Auch die genaue Route und der Fahrzeughalter sind noch unbekannt – lediglich, dass es sich um ein Privatfahrzeug handelt. Polizei und Generalstaatsanwaltschaft bitten um Hinweise.

Reaktionen und Trauer

Am Sonntag legten Menschen am Brandenburger Tor Blumen nieder. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mahnte, es sei zu früh, die Tat abschließend zu bewerten. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren: Beamte durchsuchten eine Wohnung in der Bissingzeile, wo Ballout gelebt haben soll, und versiegelten sie später. Der Tiergarten wurde mit Wärmebildkameras abgesucht, und die Polizei verstärkte ihre Präsenz an Bahnhöfen und Flughäfen bundesweit.

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