CSD-Anschlag in Berlin: Abdul Ballout bei Polizeieinsatz erschossen
CSD-Anschlag: Abdul Ballout bei Polizeieinsatz erschossen

Der 21-jährige Abdul Ballout, der verdächtigt wird, beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin einen Kleinbus in eine Menschenmenge gesteuert zu haben, ist tot. Wie der Tagesspiegel berichtet, wurde er am Abend bei einem Polizeieinsatz in einer Gartenkolonie an der Ruhlebener Straße in Spandau erschossen. Zuvor hatte die Polizei mit Hochdruck nach dem flüchtigen Tatverdächtigen gefahndet.

Bei dem Anschlag am Samstagabend starb eine Person, 29 weitere wurden verletzt, darunter fünf lebensbedrohlich und fünf schwer. Die Berliner Feuerwehr sprach zudem von 45 Personen, die psychosozial betreut wurden. Der mutmaßliche Täter soll nach der Todesfahrt auch mit einer Machete auf Passanten eingestochen haben.

Hintergrund des Verdächtigen

Abdul Ballout war deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, geboren 2005 in Berlin. Der bereits mehrfach vorbestrafte 21-Jährige sympathisierte nach Behördenangaben mit dem Islamischen Staat (IS). Am 12. Mai 2026 wurde er zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat: Er war in den Libanon gereist, um sich dem IS in Syrien anzuschließen. Zudem hatte er IS-Propaganda auf Instagram verbreitet. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt, da sie eine höhere Strafe forderte. Trotz Auflagen, darunter ein Bewährungshelfer, setzte das Gericht ihn auf freien Fuß.

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„Wir stehen fassungslos und in tiefer Trauer nach diesem furchtbaren Anschlag“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei einem Pressestatement. „Alles deutet darauf hin, dass wir es mit einem islamistischen Terroranschlag zu tun haben.“ Dobrindt betonte, Ballout sei bereits in der Vergangenheit durch eine „hohe Anzahl von Straftaten“ und „islamistische Radikalisierung“ aufgefallen.

Reaktionen und Trauerkundgebungen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besuchte den Tatort und legte eine Blume nieder. Bei einer Trauerandacht in der St. Marienkirche kündigte er entschlossenes Vorgehen gegen Extremismus an. Anschließend zog ein Trauermarsch vom Kirchplatz zum Brandenburger Tor, angeführt von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und Imam Seyran Ates. Mehrere hundert Menschen nahmen teil, viele mit Regenbogenflaggen und Rosen. „Heftig, kann man schlecht in Worte fassen“, sagte der queere Berliner Philipe, der am Trauermarsch teilnahm.

Am Brandenburger Tor versammelten sich bereits am Nachmittag 8.000 bis 10.000 Menschen zu einer Trauerkundgebung. Blumen, Kerzen und Transparente wurden niedergelegt. Es herrschte andächtige Stille, viele Menschen weinten. Politiker aller Parteien, darunter SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, waren anwesend.

Kritik und politische Dimension

In der queeren Community gibt es auch Kritik an der Politik der CDU. Ein Teilnehmer namens Alex (Name geändert) warf der Partei vor, queere Rechte zu verraten, indem sie Gelder für Projekte kürze. „Die AfD ist genauso queerfeindlich. Man muss dem Narrativ entgegenwirken, dass die Gefahr nur vom islamistischen Extremismus ausgeht“, sagte sie. Die CDU dürfe sich nicht von der AfD treiben lassen.

Der Vorfall ereignete sich außerhalb des abgesicherten Bereichs des CSD. Die Ermittlungen laufen weiter; der weiße Kleinbus wurde sichergestellt und wird nun kriminaltechnisch untersucht.

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