Großbritannien kauft eigene Chips für strategische Halbleiter-Unabhängigkeit
Britische Regierung kauft eigene Chips für KI-Souveränität

Britische Regierung setzt auf strategische Chip-Käufe

Die britische Regierung plant, KI-Chips von eigenen Technologieunternehmen zu kaufen, um die heimische Halbleiterindustrie zu stärken und Abhängigkeiten vom Ausland zu verringern. Wie der „Telegraph“ unter Berufung auf Entwürfe berichtet, wird Technologieministerin Liz Kendall auf der „London Tech Week“ in der kommenden Woche Pläne für „strategische Käufe“ von Halbleitertechnologie bei in Großbritannien ansässigen Unternehmen vorstellen.

Milliarden-Investitionen in KI und Infrastruktur

Die Pläne sehen nicht nur den direkten Erwerb von Chips vor, sondern auch verbesserten Zugang zu Finanzmitteln – einschließlich Steuergeldern – sowie Investitionen in die Qualifizierung von Arbeitskräften. Bereits im Januar hatte Kendall bei Bloomberg angekündigt, eine Milliarde Pfund in den Ausbau der KI-Forschungskapazitäten zu investieren, um diese „verzwanzigfachen“ zu können. Die Initiative stellt Unternehmen und Forschern kostenlose öffentliche Rechenkapazitäten zur Verfügung.

Wachsende Abhängigkeit von ausländischen Anbietern

Ein aktueller Bericht des Ausschusses für Wissenschaft, Innovation und Technologie des britischen Parlaments warnte vor einer zu starken Abhängigkeit von wenigen ausländischen Anbietern wie Microsoft, Amazon Web Services und dem US-Unternehmen Palantir. „Wir müssen unsere eigene souveräne KI-Kompetenz sichern – und das tun wir auch“, betonte Kendall. „Dies ist eine viel zu wichtige Technologie, als dass wir uns – insbesondere in Bereichen wie Verteidigung, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen – vollständig von anderen Ländern abhängig machen könnten.“

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Abwanderung britischer Tech-Firmen

Die Initiative kommt nicht zu früh: Eine Reihe vielversprechender britischer Technologieunternehmen wurde bereits von ausländischen Käufern übernommen. So erwarb der US-Halbleiterriese Qualcomm im vergangenen Jahr Alphawave für 2,4 Milliarden US-Dollar, während Softbank vor zwei Jahren den KI-Chip-Entwickler Graphcore kaufte. Der britische Chip-Entwickler Arm, mehrheitlich im Besitz von Softbank, entschied sich 2023 für New York als Ort seiner Hauptbörsennotierung.

Mit den strategischen Käufen will die Regierung nun verhindern, dass weitere innovative Firmen abwandern oder von ausländischen Konzernen übernommen werden. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von ausländischen Firmen bei öffentlichen Aufträgen reduziert werden.

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