Taiwan hat einen gefährlichen Zwischenfall auf See gemeldet: China ist nach Angaben aus Taipeh erstmals mit Schiffen in die Gewässer um die Insel Taiping im Südchinesischen Meer eingedrungen. Zwei chinesische Schiffe seien durch die sogenannten verbotenen Gewässer um die von Taiwan beanspruchte Insel gefahren, teilte die taiwanische Küstenwache mit. Die Schiffe hätten sich dort 15 Minuten lang aufgehalten, bevor sie von der Küstenwache vertrieben worden seien.
Taiping: Größte Insel im Spratly-Archipel
Taiping ist die größte Insel im Spratly-Archipel, das auch von China, den Philippinen und Vietnam beansprucht wird. Nach Angaben der taiwanischen Küstenwache erstrecken sich ihre verbotenen Gewässer in einem Umkreis von vier Kilometern vor der Küste. China beansprucht indes praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich.
Hintergrund des Vorfalls
Der Vorfall ereignete sich wenige Tage, nachdem ein chinesischer Sicherheitseinsatz in Gewässern östlich von Taiwan für neue Spannungen gesorgt hatte. China betrachtet das demokratische und selbstverwaltete Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereint werden soll. China wolle den falschen Eindruck erwecken, es hätte die Hoheitsgewalt über die Gewässer, erklärte die Küstenwache Taiwans. Diese Bestrebungen werde man nicht unterstützen.
Reaktion der taiwanischen Küstenwache
Die Küstenwache kündigte an, alle Eindringlinge zu vertreiben, nachdem China eine Patrouille vor der Ostküste beendet hatte. „Die maritime Souveränität unserer Nation darf nicht verletzt werden“, hieß es in einer Stellungnahme. „Jedes Land, das Hoheitsansprüche geltend macht, wird ausnahmslos vertrieben.“
Chinesische Staatsmedien veröffentlichen Karte
Chinesische Staatsmedien veröffentlichten eine Karte, die die Operationen ihrer Schiffe zeigt. Darauf sind Pfeile zu sehen, die Taiwan umkreisen. Am Mittwochabend teilten die chinesischen Staatsmedien mit, die Patrouille sei beendet worden, nachdem 198 vorbeifahrende Schiffe kontrolliert und bei drei Schiffen Verstöße geahndet worden seien. Zudem sei eine hydrografische Vermessung durchgeführt worden. Man habe auch in Gebieten patrouilliert, in denen sich Unterwasserkabel befinden.
China möchte einen völkerrechtlichen Anspruch auf Taiwan ableiten. Und es möchte erzwingen, dass Japan sich aus der Angelegenheit heraushält.



