Epstein-Affäre fordert drittes Opfer in Starmers Regierung
Die politische Krise um den britischen Premierminister Keir Starmer vertieft sich dramatisch. Nach seinem Staatschef und seinem Kommunikationschef muss nun auch Kabinettsekretär Chris Wormald seinen Posten räumen. Damit verliert Starmer innerhalb weniger Tage den dritten hochrangigen Mitarbeiter seiner Regierung. Die offizielle Mitteilung der Downing Street spricht von einem Rücktritt "in gegenseitigem Einvernehmen", doch die Hintergründe sind brisant.
Mandelsons Epstein-Verbindungen als Auslöser
Der eigentliche Auslöser der aktuellen Regierungskrise ist die Freundschaft zwischen dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dem ehemaligen britischen Botschafter Peter Mandelson. Nachdem diese Verbindung im September 2025 bekannt wurde, musste Mandelson zurücktreten. Neue Enthüllungen aus den Epstein-Akten haben nun erneut Druck auf Premier Starmer aufgebaut.
Die Ermittlungen zeigen:
- Epstein und Mandelson tauschten hunderte E-Mails aus
- Mandelson soll wiederholt Geld von Epstein erhalten haben
- Der Ex-Botschafter gab interne Regierungsinformationen weiter
Die zentrale Frage lautet nun, wer die politische Verantwortung für Mandelsons Ernennung zum Botschafter übernehmen muss. Diese Debatte hat bereits zwei weitere Rücktritte erzwungen: Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationschef Tim Allan verließen ihre Posten in kurzer Folge.
Politische Reaktionen und Spekulationen
Die Opposition nutzt die Schwächephase der Regierung konsequent aus. Oppositionschefin Kemi Badenoch von den Konservativen wirft Starmer vor, seine Mitarbeiter für eigene Fehler büßen zu lassen. Noch deutlicher wurde der schottische Labour-Chef Anas Sarwar, der den Premierminister öffentlich zum Rücktritt aufforderte.
Laut Berichten des Guardian war Wormalds Abgang bereits erwartet worden. Starmer soll nach der Mandelson-Kontroverse seine Arbeit und das Team in der Downing Street neu ausrichten wollen. In seiner Abschiedserklärung betonte Wormald: "Es war mir eine Ehre und ein Privileg, in den letzten 35 Jahren als Beamter zu dienen." Der Premier zeigte sich seinerseits "sehr dankbar" für Wormalds "lange und herausragende Karriere" im öffentlichen Dienst.
Ausblick und mögliche Nachfolge
Als ranghöchster Beamter der britischen Regierung hatte Wormald den Posten des Kabinettsekretärs erst im Dezember 2024 übernommen. Sein vorzeitiger Abgang hinterlässt eine bedeutende Lücke an der Spitze der Verwaltung. Der Guardian spekuliert über Antonia Romeo als mögliche Nachfolgerin - sie könnte die erste Frau in dieser Schlüsselposition werden.
Die Epstein-Krise hat die Labour-Regierung an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Während Starmer versucht, sein Team neu auszurichten, fragen sich Beobachter, ob der Premierminister diese Serie von Rücktritten und Skandalen überstehen kann. Die politische Zukunft des britischen Regierungschefs erscheint ungewisser denn je.



