Der türkische Sänger und Aktivist Haluk Levent befindet sich in Untersuchungshaft. Der 57-jährige Rockstar, der durch seine humanitäre NGO „AHBAP“ bekannt wurde, soll Spendengelder veruntreut haben. Die Vorwürfe: Geldwäsche und Veruntreuung von Spenden, um eine Spielsucht zu finanzieren.
Hintergrund des Falls
Haluk Levent ist in der Türkei nicht nur als anatolischer Rockstar populär, sondern auch als Wohltäter. Seine NGO „AHBAP“ half oft schneller als staatliche Stellen, etwa bei Erdbebenkatastrophen. Kritiker sehen in der Inhaftierung einen politischen Schlag gegen einen regimekritischen Prominenten. Levent gilt bei der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan als unbeliebt.
Die Ermittler werfen Levent vor, Spenden in Millionenhöhe zweckentfremdet zu haben. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Ein Gericht ordnete Untersuchungshaft an. Levent bestreitet die Vorwürfe.
Reaktionen und politische Dimension
Der Fall sorgt in der Türkei für Aufsehen. Unterstützer sehen einen Versuch, kritische Stimmen mundtot zu machen. Menschenrechtsorganisationen zeigen sich besorgt. Die Regierung weist politische Motive zurück. „Die Justiz handelt unabhängig“, hieß es aus Regierungskreisen.
Levent hatte in der Vergangenheit immer wieder die Erdoğan-Regierung kritisiert. Seine NGO sammelte nach dem Erdbeben 2023 Millionen für Hilfsprojekte. Die Vorwürfe der Veruntreuung belasten nun seinen Ruf.
Ausblick
Der Prozess gegen Haluk Levent wird mit Spannung erwartet. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen ihm mehrjährige Haftstrafen. Der Fall könnte die Beziehungen zwischen Regierung und Zivilgesellschaft weiter belasten.



