US-Abgeordneter setzt FIFA-Chef Infantino wegen Trump-Kontakten unter Druck
Infantino unter Druck: US-Abgeordneter fordert Aufklärung

Der demokratische US-Abgeordnete Jamie Raskin hat FIFA-Präsident Gianni Infantino aufgefordert, bis zum 9. August 2026 detaillierte Informationen über seine Kontakte zur Trump-Regierung vorzulegen. Zugleich verlangte Raskin, dass Infantino persönlich vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses erscheint, sobald er sich in den USA aufhält. Raskin, ranghöchster Demokrat im Ausschuss, könnte bei einem Wahlsieg seiner Partei im November den Vorsitz übernehmen und die Nachforschungen ausweiten.

Hintergrund der Vorwürfe: Friedenspreis und Rotsperre

Im Zentrum der Kritik steht das offenkundig enge Verhältnis zwischen Infantino und Trump. Die FIFA hatte unter Infantino einen neu eingeführten Friedenspreis an den Republikaner verliehen, nachdem dieser keinen Friedensnobelpreis erhalten hatte. Während der laufenden Weltmeisterschaft sorgte zudem die Aufhebung einer Rotsperre für den US-Stürmer Folarin Balogun für Empörung – ein Eingreifen, das laut Medienberichten auf einen Anruf Trumps bei Infantino zurückgeht. Die FIFA betonte hingegen, die Entscheidung sei von der formal unabhängigen Disziplinarkommission getroffen worden.

Mietverhältnis im Trump Tower

Raskin wies in seinem Brief auch auf die Anmietung von Büroflächen im New Yorker Trump Tower durch die FIFA hin. Die Jahresmiete belaufe sich auf marktübliche rund 600.000 Dollar, so der Abgeordnete. Zusammen mit dem „urkomisch unechten“ Friedenspreis erwecke dies den Eindruck, dass die FIFA sich von Trump und dessen Regierung Entscheidungen zugunsten des Weltverbandes erhoffe, schrieb Raskin. Dieses Verhalten werfe Fragen nach der Unabhängigkeit der FIFA auf.

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Umfassende Transparenz gefordert

Der Kongressabgeordnete forderte eine vollständige Liste aller Geldtransfers und Geschenke an Trump, dessen Regierung sowie Familienmitglieder. Zudem solle die FIFA jegliche Kommunikation mit der US-Regierung rund um die Ticketpreise der diesjährigen WM offenlegen, die vielfach als völlig überzogen kritisiert wurden. Auch Besucherlisten aus den FIFA-Büros in Miami und New York verlangte Raskin zu sehen. Die Anforderungen sind weitreichend und deuten auf ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Weltverband hin.

Mögliche Eskalation nach den Wahlen

Aus dem Lager der Demokraten verlautete über eine anonyme Quelle in der „New York Times“, dass aus den heutigen Fragen später formelle Untersuchungen werden könnten, falls die Demokraten bei den Parlamentswahlen im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen. Raskin selbst ließ durchblicken, dass dies erst der Anfang sein könnte. Sollten die Demokraten die Kontrolle über den Justizausschuss übernehmen, könnte Raskin als Vorsitzender die Nachforschungen erheblich ausweiten und Infantino zu einer förmlichen Anhörung vorladen. Die Entwicklung bleibt abzuwarten, doch der Druck auf den FIFA-Präsidenten wächst stetig.

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