Israel bietet Bürgern des Iran Kontaktaufnahme für Zusammenarbeit an
Israels Armee hat die Bürger des verfeindeten Iran in einer auf Persisch veröffentlichten Stellungnahme auf der Plattform X dazu aufgefordert, das israelische Militär oder den Auslandsgeheimdienst Mossad für eine mögliche Zusammenarbeit zu kontaktieren. In der offiziellen Mitteilung listet die israelische Armee entsprechende Social-Media-Accounts auf, über die sich Iraner mit den israelischen Behörden in Verbindung setzen können.
Dies ist nicht der erste derartige Aufruf. Bereits im Juni 2025 riet die israelische Armee während eines Krieges mit dem Iran besorgten Iranern, den Mossad zu kontaktieren, um ihre Situation möglicherweise zu verbessern. Damals bombardierten Israel und die USA zwölf Tage lang Ziele im Iran, darunter Atomanlagen, woraufhin Irans Streitkräfte ballistische Raketen auf Israel abfeuerten.
Chamenei gewährt über 2000 Begnadigungen
Parallel zu diesen Entwicklungen hat das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, mehr als 2000 Häftlingen Begnadigung oder Strafmilderung gewährt. Laut der Justizplattform Misan Online hat Chamenei dem Antrag des Justizchefs stattgegeben, die Strafen von 2108 Verurteilten zu erlassen, zu mildern oder umzuwandeln.
Ausgenommen von dieser Maßnahme sind jedoch Gefangene, die wegen ihrer Beteiligung an den jüngsten Protesten angeklagt und verurteilt wurden. Der Schritt erfolgt kurz vor dem Jahrestag der Islamischen Revolution von 1979, anlässlich dessen Chamenei bereits in früheren Jahren ähnliche Begnadigungen gewährte.
Anhaltende Proteste und gewaltsame Reaktionen
Seit Ende Dezember 2025 kommt es im Iran zu Massenprotesten, die sich ursprünglich an der schlechten Wirtschaftslage und hohen Lebenshaltungskosten entzündeten, inzwischen aber vor allem gegen die Führung des Landes richten. Das iranische Regime reagiert auf die anhaltenden Proteste mit brutaler Gewalt und hat das Internet abgeschaltet.
Die iranische Führung spricht von mehr als 3000 Toten bei den Demonstrationen – ihren Angaben zufolge hauptsächlich Sicherheitskräfte und von Terroristen getötete Passanten. Menschenrechtsgruppen gehen jedoch von einer weitaus höheren Zahl an Todesopfern aus. Die in den USA ansässige Organisation HRANA bestätigte bislang 6964 Todesfälle, zumeist unter den Demonstranten.
Diplomatische Entwicklungen und regionale Spannungen
Gleichzeitig laufen diplomatische Bemühungen zwischen dem Iran und den USA. Nach indirekten Verhandlungen im Oman sieht der Iran eine Grundlage für eine Fortsetzung der Diplomatie. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, es gebe genug Übereinstimmung, um auf dem diplomatischen Weg voranzuschreiten.
Die Gespräche konzentrieren sich auf das iranische Atomprogramm und die Aufhebung von Sanktionen, während die USA auch über das Raketenprogramm und die Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Region sprechen wollen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit einem Militärschlag gedroht und einen Marineverband in die Region verlegt.
Internationale Reaktionen und Demonstrationen
Bundeskanzler Friedrich Merz rief die iranische Führung zu ernsthaften Verhandlungen auf und äußerte Besorgnis über die Lage im Iran. Gleichzeitig demonstrierten tausende Exil-Iraner in Berlin gegen das Mullah-Regime unter dem Motto Free Iran.
Die Bundeswehr hat vorsorglich deutsche Soldaten aus dem Nordirak abgezogen, während der Iran neue ballistische Raketen stationiert und Öltanker im Persischen Golf beschlagnahmt hat. Die Situation bleibt angespannt, mit unklaren Aussichten für weitere diplomatische Fortschritte.



