Israel verschärft Pressezensur nach neuer Eskalation mit Iran
Israel verschärft Pressezensur nach Iran-Eskalation

Israelische Armee verschärft Zensur für Kriegsberichterstattung

Nach der erneuten Eskalation zwischen Iran und Israel hat die israelische Armee ihre Vorschriften für die Medienberichterstattung deutlich verschärft. Seit der Nacht bombardieren beide Länder einander wieder, nachdem zuvor wochenlang ein Waffenstillstand geherrscht hatte. Die neuen Zensuranweisungen, die am Montag verbreitet wurden, zielen darauf ab, dem Feind keine strategisch verwertbaren Informationen zu liefern.

Keine genauen Zahlen zu Raketenangriffen

Medien dürfen laut den Anweisungen nur noch von „einzelnen“ oder „Dutzenden“ feindlichen Raketen sprechen, jedoch keine präzisen Zahlen nennen. Ebenso ist es untersagt, iranische Raketentreffer an militärischen oder strategisch wichtigen Orten sowie auf See zu veröffentlichen. Auch Bilder von Abfangmaßnahmen oder Angaben zu Orten, an denen Trümmer niedergegangen sind, sind tabu. In der Anweisung heißt es: „Wir haben absolut kein Interesse, dem Feind Geschenke zu machen.“ Bei Unsicherheiten sollen Berichte oder Bilder vor der Veröffentlichung dem Zensor vorgelegt werden.

Formulierungsvorschläge für Journalisten

Die Armee gibt den Journalisten zudem konkrete Formulierungsvorschläge. So sollen Berichte über Raketen, die ihr Ziel verfehlt haben oder auf dem Flugweg abgestürzt sind, nicht veröffentlicht werden. Stattdessen wird empfohlen, zu schreiben, dass sie „ihr Ziel nicht erreicht haben“. Ähnliche Hinweise gab es seitens Israels bereits in der Vergangenheit.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hintergrund der Eskalation

Am Sonntag hatte Iran erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Am Montagmorgen folgten weitere Raketensalven gegen Israel. Die israelische Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen, teilte die Armee mit. Iran begründete die Angriffe als Vergeltung für einen israelischen Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut. Israel reagierte noch in der Nacht mit neuen Raketensalven auf militärische Ziele des iranischen Regimes im Westen und Zentrum Irans.

Trumps Appell zur Waffenruhe

US-Präsident Donald Trump drängte unterdessen mit markigen Worten in Richtung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu auf eine neue Waffenpause. Er hofft offenbar auf eine Fortführung der Gespräche. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration