Indiens Kakerlaken-Partei stoppt Märsche nach schweren Zusammenstößen
Kakerlaken-Partei stoppt Märsche nach Zusammenstößen

Nach schweren Zusammenstößen mit der Polizei setzt die regierungskritische „Kakerlaken-Partei“ in Indien ihre Proteste fort, verzichtet aber vorerst auf weitere Protestmärsche. Dies erklärte der Gründer der „Kakerlaken-Volkspartei“ (CJV), Abhijeet Dipke, am Dienstag vor Journalisten in Neu-Delhi mit Verweis auf zahlreiche Verletzte bei den Protesten am Montag. Stattdessen kündigte die Partei für Dienstagabend eine Sitzblockade vor dem Polizei-Hauptquartier an, an der Dipke und andere führende Köpfe teilnehmen sollen. Hunderte Anhänger hatten sich zuvor erneut am seit Wochen besetzten Protestort Jantar Mantar in der Hauptstadt versammelt.

Hintergrund der Proteste

Am Montag wollten tausende, meist Anhänger der CJV, zum Parlament marschieren, um den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan zu fordern. Sie werfen ihm politische Verantwortung für einen Skandal um geleakte Dokumente einer Hochschul-Eingangsprüfung vor. Der Protest gilt als eine der größten Demonstrationen in Delhi seit Jahren.

Zahl der Verletzten

Laut Dipke befanden sich mehr als 150 Teilnehmer wegen Verletzungen im Krankenhaus. Die Polizei sprach in einer Mitteilung von insgesamt 178 Verletzten, darunter 118 Sicherheitskräfte und 60 Demonstranten. Die CJV wirft der Polizei brutales Vorgehen vor, während die Polizei den Demonstranten gewalttätiges Verhalten vorwirft. Indische Sender berichteten, die Sicherheitskräfte hätten Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt.

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Reaktionen und weitere Aktionen

Amnesty International äußerte „ernsthafte Sorgen“ hinsichtlich der Menschenrechte. Die Bilder und Berichte zeigten, „wie friedliche abweichende Meinung in Indien unterdrückt“ werde. Indiens Oppositionsführer Rahul Gandhi und weitere Mitglieder seiner Kongresspartei beteiligten sich aus Protest an einer Sitzblockade vor der Residenz von Premierminister Narendra Modi. Sie wurden nach Berichten des Senders NDTV nach einigen Stunden von der Polizei abgeführt.

Die vor zwei Monaten gegründete CJV beschreibt sich als „satirische politische Bewegung“, die sich vor allem im Internet organisiert und später auch zu Straßenprotesten aufrief.

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