KI-Video von Bolsonaro löst Justizermittlung aus
KI-Video von Bolsonaro: Justizermittlung läuft

Der unter Hausarrest stehende brasilianische Ex-Präsident Jair Bolsonaro sieht sich mit einer Untersuchung der Justiz konfrontiert. Grund ist ein Video, das mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) einen Doppelgänger von Bolsonaro zeigt. In dem Video, das während des Wahlkampfes für seinen Sohn Flávio Bolsonaro ausgestrahlt wurde, ruft die KI-Figur die Anhänger auf, Flávio bei der Präsidentschaftswahl im Oktober zu unterstützen.

Richter sieht möglichen schwerwiegenden Verstoß

Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gericht Brasiliens erklärte, falls das Video mit Bolsonaros Zustimmung produziert worden sei, stelle dies einen „schwerwiegenden Verstoß“ gegen die Auflagen seines Hausarrests dar. Bolsonaro ist es seit seiner Verurteilung im September 2025 untersagt, öffentliche Äußerungen zu tätigen. Das Oberste Gericht hatte den rechtsradikalen Ex-Präsidenten wegen eines geplanten Umsturzes zu 27 Jahren und 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Er wurde schuldig gesprochen, eine „kriminelle Organisation“ angeführt zu haben, um seine Wahlniederlage gegen Luiz Inácio Lula da Silva aus dem Jahr 2022 zu kippen.

Bolsonaro weist Verantwortung zurück

In einer Stellungnahme an das Oberste Gericht versicherten Bolsonaros Anwälte am Mittwoch, ihr Mandant habe „die Verwendung seines Bildes und seiner Stimme für die Erstellung des mittels Künstlicher Intelligenz generierten Videos nicht genehmigt“. Allerdings habe er nie Einwände dagegen erhoben, dass seine Kinder sein Bild für politische Aktivitäten nutzen – aufgrund der „natürlichen Vertrauensbeziehung zwischen Vater und Kindern“. Bolsonaro selbst betonte, er sei nicht verantwortlich für das Video.

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Mögliche Verstöße gegen Wahlgesetz

Sollte Bolsonaro das Video tatsächlich nicht genehmigt haben, könnte sein Sohn Flávio gegen das brasilianische Wahlgesetz verstoßen haben. Dieses verbietet die Erstellung von sogenannten Deepfakes von Personen des öffentlichen Lebens zur Verbreitung politischer Botschaften ohne deren Zustimmung. Flávio Bolsonaro war am Samstag offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt worden. Bei dem Kongress wurde das KI-Video gezeigt.

Politische und familiäre Spannungen

Flávio Bolsonaro hat in Umfragen zuletzt an Zustimmung eingebüßt. Gründe sind ein Finanzskandal und eine öffentlich ausgetragene Fehde mit seiner Stiefmutter, der früheren First Lady Michelle Bolsonaro. Zudem könnten ihm die guten Verbindungen der Familie zu US-Präsident Donald Trump gefährlich werden. Trump hatte zuletzt Strafzölle gegen Brasilien verhängt.

Jair Bolsonaro verbüßte mehrere Monate seiner Strafe im Gefängnis, bevor er im März 2026 aus gesundheitlichen Gründen unter Hausarrest gestellt wurde. Der Fall zeigt die wachsende Bedeutung von KI-generierten Inhalten in der Politik und die rechtlichen Herausforderungen, die damit einhergehen.

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