Kubicki bei Maischberger: Klare Worte zur AfD – und ein Hauch von Selbstkritik
Kubicki bei Maischberger: Klare Worte zur AfD

Kubicki bei Maischberger: Klare Worte zur AfD – und ein Hauch von Selbstkritik

Bei „Maischberger“ erklärte Wolfgang Kubicki in deutlichen Worten, wie er zur AfD steht. Der neu gewählte FDP-Vorsitzende bewies einmal mehr, dass ihm flotte Sprüche oft wichtiger sind als tiefgehende Inhalte. Ob das reicht, um seine Partei zu führen, bleibt fraglich.

Entertainment statt Inhalte

Keine zehn Tage nach seiner Wahl zum FDP-Parteivorsitzenden saß Wolfgang Kubicki bereits in einer Talkshow. Für jemanden, der im Wettbewerb um den Vorsitz vor allem mit seiner Bekanntheit geworben hatte, war das ein Erfolg. „Es kommt für den nachhaltigen Bekanntheitsgrad auf die Verweildauer in den Medien an“, hatte Kubicki dem „Spiegel“ gesagt. Sein Auftritt bei „Maischberger“ brachte ihm zweifellos Aufmerksamkeit – doch sowohl Moderatorin als auch Gast hätten mehr aus den gut 20 Minuten machen können. Kubicki lieferte gewohnt flotte Sprüche und bewies Entertainerqualitäten, etwa mit der Anekdote, dass Friedrich Merz ihn kürzlich als „Eierarsch“ begrüßt habe. Inhaltlich setzte er jedoch kaum Akzente, und Maischberger fragte selten nach. Dabei wäre es spannend gewesen, zu erfahren, wie ein zeitgemäßer Liberalismus in Kubickis Augen aussieht oder wie er die bedrohte Meinungsfreiheit konkret verteidigen will.

Der ewige Machtkampf

Stattdessen kauten beide den FDP-internen Machtkampf durch. Wie sehr ärgert sich Kubicki noch über die überraschende Kandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann? Hat Henning Höhne freiwillig auf seine Kandidatur verzichtet? Kubicki versuchte, das Thema schnell abzuräumen: „Es ist egal, die Schlacht ist geschlagen.“

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Wie hältst du’s mit der AfD?

Immerhin nutzte Kubicki die Gelegenheit, sein Verhältnis zur AfD ausführlich darzulegen. Nachdem er alle Vorwürfe, die FDP nach rechts rücken zu wollen, zurückgewiesen hatte – „Es gibt überhaupt keinen Beleg dafür“ –, stellte Maischberger die Gretchenfrage: „Was ist denn mit der Brandmauer?“ Kubicki hält zweierlei für wenig sinnvoll: Anträge nicht zu stellen, bloß weil die AfD zustimmen könnte, und nicht zu Veranstaltungen zu gehen, bei denen AfD-Vertreter anwesend sind. „Wenn wir nicht die Diskussion suchen, müssen wir uns nicht wundern, dass hinter der Verweigerung von Auseinandersetzungen die AfD größer wird und wir schwächer.“

Auf die konkrete Frage, ob er einen Antrag stellen würde, der nur mit AfD-Stimmen durchgeht, antwortete Kubicki ohne Zögern: „Ja, selbstverständlich.“ Wenn er überzeugt sei, dass ein Krankenhaus gebraucht werde, „dann ist es mir völlig egal, wer noch zustimmt“. Alle anderen Formen der Kooperation lehnte er jedoch ab: Zusammenarbeit? „Nein.“ Gemeinsame Anträge? „Nein, wieso?“ Koalitionen? „Ausgeschlossen.“ Er könne nicht mit einer Partei koalieren, die das Gegenteil des liberalen Menschenbilds verkörpere. Auch von Björn Höckes Aussage über Westdeutsche als „deutsch sprechende Amerikaner“ distanzierte sich Kubicki deutlich: „Wer erklärt, dass Westdeutsche keine richtigen Deutschen seien, der muss zum Arzt, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.“

Ein Hauch von Selbstkritik

In der obligatorischen Schnellfragerunde stellte Kubicki drei Kanzler in den Senkel. An Angela Merkel vermisse er „nichts“. Olaf Scholz lobte er als „akribischen Aktenfresser“ und fügte an, dass man an der Sehnsucht nach Scholz sehe, „wie tief wir gesunken sind“. Den schärfsten Ton schlug er gegenüber Friedrich Merz an: Dieser wisse nicht mehr, „wie das Spiel funktioniert“, und kommuniziere „unglaublich schlecht“. Robert Habecks Rückzug fand er „schade, aber nachvollziehbar“ und prophezeite: „Ich glaube, er kommt wieder.“

Überraschend zeigte Kubicki auch Selbstkritik: „Ich trage mein Herz wirklich auf der Zunge, was mir manchmal wirklich zum Nachteil gereicht. Ich bin gelegentlich von meinen Formulierungen selbst so ergriffen, dass ich gar nicht merke, dass man sie auch anders interpretieren kann.“ Damit ist Kubicki dem von ihm kritisierten Friedrich Merz wiederum sehr ähnlich.

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