Kubicki bei Maischberger: Merz-Anruf und klare Absage an AfD-Koalition
Kubicki bei Maischberger: Merz-Anruf und AfD-Absage

Der neue FDP-Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki hat in der Talkshow „Maischberger“ deutliche Kritik an der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz geübt. Dabei überraschte er mit einer persönlichen Anekdote über ein Telefonat mit dem Kanzler.

Kubicki kritisiert Merz‘ Kommunikationsstil

„Das Erwartungsmanagement ist unterirdisch“, wetterte Kubicki und nannte die Kommunikation des Kanzlers „unglaublich schlecht“. Merz habe in 15 Jahren außerhalb der Politik verlernt, wie das politische System funktioniere. Kubicki berichtete, dass er mittlerweile Nachrichten erhalte, in denen sich Menschen Olaf Scholz zurückwünschten. „Daran sehen wir, wie weit wir gekommen sind, wie tief wir gesunken sind“, so der FDP-Chef.

Selbstbewusster Auftritt nach Wahl zum Parteivorsitz

Nur wenige Tage nach seiner Wahl zum FDP-Vorsitzenden trat Kubicki selbstbewusst auf. Die Liberalen sehen sich im Aufwind: Kubicki rangiert im Insa-Politikerranking auf Platz sechs, die Partei verzeichnet steigende Mitgliederzahlen. Dabei verlief die Wahl nicht geräuschlos – Marie-Agnes Strack-Zimmermann warf kurz vor der Abstimmung ihren Hut in den Ring, unter anderem wegen Kubickis Haltung zur AfD.

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Klare Absage an AfD-Zusammenarbeit

Kubicki wies die Befürchtungen einer möglichen Rechtsentwicklung der FDP als „ganz merkwürdig“ zurück. Eine Zusammenarbeit mit der AfD oder eine Koalition schloss er kategorisch aus. „Die inhaltlichen Überzeugungen, etwa beim Verhältnis zur EU und zur NATO, sind zu gegensätzlich“, betonte er. Zudem könne er nicht mit Leuten koalieren, die ein gegenteiliges Menschenbild hätten und die Volksgemeinschaft über das Individuum stellten. Gleichzeitig räumte er ein, dass er Anträge einreichen werde, die nur mit AfD-Zustimmung Mehrheiten erhalten könnten, und weiterhin Veranstaltungen mit AfD-Vertretern besuchen wolle.

Weg vom „Kindergarten“ in Berlin

Die FDP wolle wachsen und zurück in den Bundestag. Kubicki sieht ein wachsendes Bedürfnis nach klarer Sprache und pragmatischen Lösungen – weg vom „Kindergarten“ in Berlin, wo es nur noch darum gehe, „wer wem etwas Gutes tut oder weh tut“. Die journalistische Runde gab ihm Rückenwind: Iris Sayram sieht „jetzt die Zeit für eine liberale Partei“, Susanne Gaschke erkennt in der FDP eine Partei, die daran erinnere, dass der Staat uns nicht glücklich machen müsse, aber auch nicht unglücklich machen dürfe.

Persönliche Anekdote: „Hier ist der Eierarsch“

Kubicki enthüllte, dass ausgerechnet Friedrich Merz der FDP die dringend benötigte „Adrenalinspritze“ verpasst habe, als er die Partei öffentlich für politisch tot erklärte. Kubicki ärgerte sich so sehr, dass er Merz als „Eierarsch“ bezeichnete. Als er für den FDP-Vorsitz kandidierte, rief Merz ihn an. Kubicki meldete sich schmunzelnd mit den Worten: „Hier ist der Eierarsch.“ Der Kanzler habe es offenbar mit Humor genommen.

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