Mamdani boykottiert Israel-Day-Parade: Ein Novum in New York
Zohran Mamdani, der neue Bürgermeister von New York City, hat als erster Amtsinhaber seit Jahrzehnten die Teilnahme an der traditionellen Israel-Day-Parade verweigert. Der 34-jährige Sohn der indischen Filmemacherin Mira Nair, der als progressiver Hoffnungsträger der Demokratischen Partei gilt, begründet seinen Boykott mit der Politik der israelischen Regierung im Gazastreifen.
Protest gegen Israels Gaza-Kurs
Bereits im Wahlkampf hatte Mamdani angekündigt, nicht an der Parade teilzunehmen. „Ich habe meine Ansichten über die israelische Regierung sehr deutlich gemacht“, erklärte er bei einer Pressekonferenz. Der Bürgermeister, der selbst muslimischen Glaubens ist, wirft Israel Apartheid und Genozid vor. Den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 bezeichnete er als „entsetzliches Kriegsverbrechen“, setzt sich aber für gleiche Rechte von Israelis und Palästinensern ein.
Scharfe Kritik aus Israel und von Juden
Die Entscheidung stößt auf breite Ablehnung. Der israelische UN-Botschafter Danny Danon kritisierte, Mamdani kehre „Zehntausenden Juden sowie Unterstützern Israels den Rücken“. Der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett nannte den Schritt „feige“. Auch Jonathan Greenblatt von der Anti-Defamation League warf Mamdani vor, der erste Bürgermeister seit 60 Jahren zu sein, der der jüdischen Gemeinde fernbleibe.
Parade als Fest der jüdischen Identität
Tausende zogen mit israelischen Flaggen und blau-weißen Luftballons entlang der Fifth Avenue. New York beherbergt rund eine Million Juden – die größte jüdische Stadtbevölkerung außerhalb Israels. Die Parade „Israel Day on Fifth“ wird seit 1964 jährlich abgehalten. Polizeikommissarin Jessica Tisch, selbst Jüdin, kündigte eine erhöhte Polizeipräsenz an und nahm trotz des Boykotts teil: „Es ist meine Entscheidung, stolz mitzulaufen.“
Spaltung in der Stadtregierung
Mehrere progressive Gruppen, darunter „Jews for Racial and Economic Justice“ und „Standing Together“, schlossen sich dem Boykott an. Brad Lander, ein jüdischer Kritiker Israels und Verbündeter Mamdanis, betrieb stattdessen Wahlkampf mit einer progressiven jüdischen Gruppe. Die Entscheidung des Bürgermeisters vertieft die Spaltung in einer Zeit, in der 60 Prozent der Amerikaner negativ über Israel denken, während Antisemitismus zunimmt.



