Der republikanische US-Senator Mitch McConnell hat die wochenlangen Spekulationen um seinen Gesundheitszustand beendet. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung teilte der 84-Jährige mit, dass ein Sturz, eine darauffolgende Bewusstlosigkeit und eine anschließende „leichte“ Lungenentzündung für seinen vierwöchigen Krankenhausaufenthalt verantwortlich seien. Damit wies er Gerüchte über einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zurück.
Hintergrund der langen Abwesenheit
McConnell war am 14. Juni ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Büro hatte wiederholt nur vage erklärt, der Senator erhalte eine „ausgezeichnete Versorgung“. Diese Zurückhaltung nährte in Washington Spekulationen, das Kongress-Urgestein sei unheilbar krank. Die Aktivistin Laura Loomer hatte sogar behauptet, McConnell sei hirntot. In seiner Erklärung räumte McConnell ein, dass es „berechtigte Fragen“ zu seiner Abwesenheit gegeben habe, betonte aber: „Ich habe weder einen Herzinfarkt noch einen Schlaganfall erlitten.“
Politische Auswirkungen auf die Republikaner
McConnells Abwesenheit stellt die Republikaner im US-Kongress vor zusätzliche Probleme. Nur wenige Monate vor den Zwischenwahlen verfügen die Republikaner im Senat über eine knappe Mehrheit von 53 zu 47 Stimmen. Bereits bei Abwesenheit weniger Senatoren ist diese Mehrheit gefährdet. Der Tod des US-Senators Lindsey Graham hatte die Partei von US-Präsident Donald Trump bereits in einer politisch heiklen Lage getroffen.
McConnells politische Karriere
McConnell zählt seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Republikanern im Kongress. Der Politiker aus Kentucky gehört dem Senat seit 1985 an. Von 2007 bis 2015 war er Minderheitsführer seiner Partei, bevor er von 2015 bis 2021 sein Karriereziel erreichte und Mehrheitsführer des Senats wurde. Nach Trumps erneutem Amtsantritt vor rund 18 Monaten wurde Senator John Thune neuer Mehrheitsführer. McConnell hatte bereits angekündigt, Anfang 2027 in den Ruhestand gehen zu wollen.



