Nato-Übung „Spring Storm 26“: 12.000 Soldaten proben Ernstfall an Russlands Grenze
Nato-Übung „Spring Storm 26“ an Russlands Grenze beendet

Nato-Übung „Spring Storm 26“ in Estland erfolgreich abgeschlossen

In den baltischen Nato-Staaten ist am Dienstag die Großübung „Spring Storm 26“ zu Ende gegangen. Rund 12.000 Soldatinnen und Soldaten aus Estland und den alliierten Nationen haben einen Monat lang die Verteidigung an der Ostflanke der Nato trainiert. Im Mittelpunkt standen die Stärkung der Zusammenarbeit der Nato-Mitglieder mit den estnischen Streitkräften und das schnelle Verlegen von Nato-Truppen nach Estland, wie das estnische Verteidigungsministerium mitteilte.

Schwere britische Panzer im Einsatz

An der Übung nahmen auch rund 1.500 britische Soldaten der 4. Brigade teil, darunter Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Die rund 70 Tonnen schweren Panzer wurden mit Schwerlasttransportern nach Estland gebracht. Medienberichten zufolge waren sie damit beauftragt, rund 25 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt die Abwehr eines feindlichen Einfalls zu üben. Bilder zeigen die Panzer, wie sie von ihren Lkw rollten und unter dem Einsatz von Nebelkanistern ins Manöver zogen.

Lektionen aus dem Ukraine-Krieg

Übungsleiter Colonel Aron Kalmus sagte: „Wir können zufrieden sein mit unserer Übung, aber es geht vorrangig darum, die Felder zu entdecken, auf denen wir uns verbessern können.“ In diesem Jahr seien Lektionen aus dem Ukraine-Krieg angewandt worden, die die Überlebensfähigkeit auf dem Schlachtfeld und den Einsatz von Drohnen-Gegenmaßnahmen beträfen. Dabei sei auch die Rüstungsindustrie direkt eingebunden gewesen und habe Feedback zu ihren Verteidigungsprodukten erhalten.

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Nato-Truppen an der Ostflanke

Das britische Verteidigungsministerium sprach davon, dass die Übung die Fähigkeit der Nato gezeigt habe, die Einheiten der Forward Land Force zum Einsatz zu bringen. Insgesamt acht multinationale Kampfgruppen gehören zu diesen Nato-Verbänden, die entlang der Ostflanke von Estland bis Rumänien stationiert sind. Die Bundeswehr führt eine dieser Kampfgruppen in Litauen. Die Verbände der Forward Land Force sind nach Darstellung der Nato eine Weiterentwicklung der bisherigen Truppenverbände – eine direkte Antwort auf die russische Aggression in der Ukraine. Sie gelten als erste Verteidigungslinie im Ernstfall und sollen möglichen russischen Angriffen auf das Bündnisgebiet begegnen beziehungsweise den Kreml davon abschrecken, seine Truppen in Richtung Westen zu schicken.

Unterstützung aus der Zivilbevölkerung

Generalmajor Indrek Sirel betonte die Bedeutung der Unterstützung aus der Zivilbevölkerung: „Die Unterstützung von Bewohnern, Landbesitzern, Geschäften und der Familien ist für solche Übungen essenziell. Soldaten gewinnen Schlachten, aber Kriege werden von Völkern gewonnen.“

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