Der neue Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, hat gleich zu Beginn seiner vierjährigen Amtszeit weitreichende Reformen angekündigt. Um seinen Kurs umzusetzen, hat sich Warsh für die Übergangsphase zwei konservative Experten an seine Seite geholt: Daniel Heil und Paul Winfree. Beide kommen aus dem Umfeld konservativer Denkfabriken wie der Hoover Institution, wo Warsh ebenfalls tätig war, und der Heritage Foundation.
Wer ist Paul Winfree?
Paul Winfree war an dem umstrittenen „Project 2025“ beteiligt, einer Vorlage für einen konservativen Politikwechsel. In diesem Projekt verfasste er das Kapitel über den Umbau der Notenbank. Winfree plädierte darin für die Abschaffung des Doppelmandats der US-Notenbank, das sowohl Preisstabilität als auch Vollbeschäftigung umfasst. Stattdessen argumentierte er für eine alleinige Fokussierung auf die Preisstabilität.
Winfrees Vorschläge zur Fed-Reform
„Eine weitaus weniger schädliche Alternative besteht darin, den Fokus der Federal Reserve auf den Schutz des Dollars und die Eindämmung der Inflation zu legen“, schrieb Winfree damals. In der ersten Trump-Administration arbeitete er als Experte für Innenpolitik und sammelte dort wertvolle Erfahrungen im politischen Betrieb. Seine Berufung signalisiert einen möglichen Kurswechsel der Fed hin zu einer restriktiveren Geldpolitik.
Reaktionen auf die Personalentscheidungen
Die Entscheidung von Kevin Warsh, konservative Experten ins Team zu holen, stößt auf gemischte Reaktionen. Befürworter sehen darin einen notwendigen Schritt, um die Unabhängigkeit der Notenbank zu stärken und die Inflation in den Griff zu bekommen. Kritiker hingegen befürchten eine Politisierung der Geldpolitik und eine Vernachlässigung des Ziels der Vollbeschäftigung. Die Fed steht vor großen Herausforderungen, und die neuen Berater werden maßgeblich an der Ausrichtung der Geldpolitik in den kommenden Jahren mitwirken.
Die Berufung von Paul Winfree zeigt, dass Warsh bereit ist, unkonventionelle Wege zu gehen und sich von traditionellen Fed-Denkweisen zu lösen. Ob dies zu einer erfolgreichen Geldpolitik führt, bleibt abzuwarten. Die Märkte werden die Entwicklungen genau verfolgen.



