Die Polizei hat im vergangenen Jahr bundesweit 85.837 Straftaten mit politischem Hintergrund gezählt – knapp zwei Prozent mehr als im Jahr 2024. Dies gab Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag bekannt. Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: Politisch motivierte Gewalttaten nehmen zu, insbesondere von linken und rechten Tätern.
Anstieg der Gewalttaten
Insgesamt wurden 4.156 politisch motivierte Gewaltstraftaten registriert. Davon entfallen 1.598 auf rechte Täter – ein Anstieg um knapp 7,4 Prozent. Noch stärker fällt der Zuwachs bei linken Gewalttaten aus: Mit 1.087 Delikten stieg die Zahl um rund 43 Prozent. Gleichzeitig gingen ausländisch motivierte Gewalttaten um 28 Prozent auf 704 zurück. Auch nicht zuzuordnende politische Gewalttaten sanken um 16 Prozent auf 669.
Religiös motivierte Gewalt bleibt gering
Religiös motivierte Gewalttaten stiegen zwar um 13 Prozent auf 98 Fälle, ihr Anteil an der Gesamtzahl bleibt jedoch vergleichsweise klein. Dobrindt betonte: „Die politisch motivierte Kriminalität ist erneut auf einem Höchststand. Sowohl im Phänomenbereich links als auch rechts steigen die Gewaltdelikte deutlich an.“
Linke Szene als wachsende Bedrohung
Der Innenminister unterstrich, dass die linke Szene mit 42 Prozent mehr Gewalttaten eine wachsende Bedrohung darstelle. Die größte Gefahr gehe jedoch weiterhin vom Rechtsextremismus aus. Dobrindt kündigte an: „Wir stellen uns gegen jede Form von Extremismus und bauen unsere Instrumente gegen die extremistische Bedrohung weiter aus.“
Wichtige Trends im Überblick
- Neuer Höchststand politisch motivierter Straftaten
- PMK-rechts bleibt fallzahlenstärkster Phänomenbereich
- Politisch motivierte Gewaltdelikte auf höchstem Stand seit 2016
- Deutlicher Anstieg linksmotivierter Straftaten und Gewaltdelikte
- Antisemitische Straftaten erreichen erneut einen Höchststand
- Mehr Hasskriminalität gegen queere Menschen und Frauen
- Bundestagswahl als wesentlicher Treiber der Fallzahlen
- Hohe Belastung von Amts- und Mandatsträgern durch Hass und Anfeindungen
- Deutlicher Anstieg hybrider Bedrohungen wie Spionage und Sabotage
- Soziale Medien bleiben zentrale Treiber von Hass, Hetze und Radikalisierung
Die Zahlen verdeutlichen die anhaltende Herausforderung für die Sicherheitsbehörden. Dobrindt forderte eine konsequente Bekämpfung aller Extremismusformen.



