Der jordanische Fußballverbandschef Prinz Ali bin al-Hussein erhebt schwere Vorwürfe gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino: Dieser soll dem Verband rund 3,6 Millionen Euro Preisgeld vorenthalten haben, um politische Unterstützung zu erzwingen. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte al-Hussein, ihm sei während der Weltmeisterschaft mündlich mitgeteilt worden, dass es seinem Verband helfen würde, wenn er Infantino unterstütze. „Die gesamte Situation läuft auf Erpressung hinaus, und wir weigern uns, das zuzulassen“, so der Prinz.
Hintergrund: Preisgeld aus dem FIFA Arab Cup
Jordanien wurde beim FIFA Arab Cup im Dezember 2025 Zweiter. Laut Verbandsangaben steht dem Land dafür noch eine Prämie von etwa 3,6 Millionen Euro zu. Diese Summe wurde jedoch nicht ausgezahlt. Stattdessen sei die Auszahlung an Bedingungen geknüpft worden, die al-Hussein als Erpressung wertet. Der Prinz betonte, man habe Infantino bisher nicht unterstützt und werde das auch künftig nicht tun.
Alte Rivalität: Duell seit 2016
Der Konflikt zwischen al-Hussein und Infantino ist nicht neu. Bereits 2016 trat der Jordanier bei der Fifa-Präsidentschaftswahl gegen Infantino an, unterlag jedoch deutlich. Seitdem gilt das Verhältnis als angespannt. Nun eskalieren die Spannungen erneut, ausgelöst durch das ausstehende Preisgeld und die damit verbundenen Forderungen.
Infantino unter Druck: Kritik an WM-Rechteverkauf
Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Infantino ohnehin massiv unter Druck steht. Zuvor hatte er Pläne verfolgt, Teile der WM-Rechte an Investoren zu verkaufen, um Milliarden einzunehmen. Dies stieß weltweit auf Widerstand, insbesondere bei der Uefa, die mit einem Boykott aller Fifa-Wettbewerbe drohte. Infantino zog den Vorschlag schließlich zurück, doch die Kritik an seiner Amtsführung reißt nicht ab.
Krisentreffen in Rabat
Wie „Sky News“ und „The Times“ berichten, hat Infantino für heute hochrangige Fifa-Mitarbeiter zu einem Krisentreffen in die marokkanische Hauptstadt Rabat einberufen. Die genauen Inhalte sind unklar, doch „The Times“ zitiert Quellen, wonach Infantino „verzweifelt an der Macht festhalten“ wolle. Das Treffen dürfte auch vor dem Hintergrund der jüngsten Affären und der wachsenden Kritik stattfinden.
Reaktionen und Ausblick
Prinz Ali bin al-Hussein zeigt sich unbeirrt. „Wir haben ihn bisher nicht unterstützt und werden das auch jetzt ganz sicher nicht tun“, stellte er klar. Ob die Angelegenheit rechtliche Konsequenzen haben wird, ist offen. Die Fifa selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der Fall könnte jedoch das Misstrauen gegenüber Infantino weiter verstärken und die Diskussion über die Führung des Weltverbands neu entfachen.



