SPIEGEL-Talk: Streit um Wehrpflicht und Verteidigungswürdigkeit
SPIEGEL-Talk: Streit um Wehrpflicht und Verteidigungswürdigkeit

Im jüngsten Spitzengespräch des SPIEGEL stand die Rückkehr der Wehrpflicht im Mittelpunkt. Der Autor Stephan Anpalagan, der seine Kriegsdienstverweigerung widerrufen hat, und der Aktivist Simon David Dressler, der Deutschland für nicht verteidigungswürdig hält, lieferten sich eine kontroverse Diskussion. Moderiert wurde die Debatte von Markus Feldenkirchen.

Anpalagan: Vom Verweigerer zum Befürworter

Stephan Anpalagan erklärte seinen Sinneswandel: „Ich habe meine Kriegsdienstverweigerung widerrufen, weil ich erkannt habe, dass wir uns verteidigen müssen.“ Er betonte die Notwendigkeit einer wehrhaften Gesellschaft angesichts neuer Bedrohungen. Anpalagan argumentierte, dass eine allgemeine Wehrpflicht nicht nur militärische Stärke, sondern auch sozialen Zusammenhalt fördere.

Dressler: „Deutschland ist nicht verteidigungswert“

Simon David Dressler hingegen vertrat eine radikal andere Position. „Ich halte unser nationales Gemeinwesen nicht für verteidigungswert“, sagte der Aktivist. Er kritisierte die politischen und gesellschaftlichen Zustände in Deutschland und stellte infrage, wofür Bürger überhaupt kämpfen sollten. Dressler plädierte stattdessen für eine stärkere Fokussierung auf Diplomatie und zivilen Widerstand.

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Kontroverse um den Begriff „Kriegstüchtigkeit“

Die Diskussion griff auch frühere Äußerungen von Politikern auf. Michael Kretschmer hatte den Begriff „kriegstüchtig“ als absurd bezeichnet, während Karl-Theodor zu Guttenberg über seelische Schäden durch den Militärdienst sprach. Diese Standpunkte wurden in der Debatte aufgegriffen und kontrovers diskutiert.

Das Spitzengespräch ist Teil einer Reihe, in der prominente Gäste zu sicherheitspolitischen Themen Stellung beziehen. Die Redaktion besteht aus Dennis Deuermeier (Leitung), Simon Garschhammer, Kim Höbel, Jan Kunigkeit und Fabius Leibrock. Regie und Produktion verantwortet Christian Weber, die Kameraführung liegt bei Felix und Luis Schubert.

Die Zuschauer wurden aufgerufen, sich über soziale Medien an der Diskussion zu beteiligen. Der SPIEGEL plant, das Thema in weiteren Formaten zu vertiefen.

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