Der Axel-Springer-Verlag hat zwei direkte Gespräche zwischen Verlagschef Mathias Döpfner und Bundeskanzler Friedrich Merz über die AfD bestätigt. Das berichtet der „Stern“ unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher. Die Treffen fanden demnach Ende 2024 und im Frühjahr 2026 statt. Während das erste Gespräch in einem Zerwürfnis geendet haben soll, herrschte beim zweiten eine „eisige“ Stimmung.
Hintergrund der Kontroverse
Bereits vor zwei Wochen hatte der Podcast „Wenn Sie wüssten...“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) berichtet, Döpfner habe Merz bei einem Treffen Anfang 2026 zur Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt. Nach Merz‘ Ablehnung soll Döpfner gedroht haben: „Das werden Sie noch bereuen.“ Die RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck räumte später ein, dass die zeitliche Einordnung falsch war und man keine wörtlichen Zitate hätte verwenden dürfen.
Vizeregierungssprecher Sebastian Hille hatte die Darstellung zunächst als „absurde Gerüchte“ bezeichnet. Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigte jedoch, dass es im Frühjahr 2026 ein Gespräch zwischen Merz und Döpfner gegeben habe, die Wiedergabe im Podcast sei jedoch „nicht korrekt“.
Details der Treffen laut Stern
Der „Stern“ berichtet nun, dass das erste Treffen Ende 2024 stattfand, als Merz noch Oppositionsführer war. Dabei sei es zum Zerwürfnis gekommen, wobei der Umgang mit der AfD ein zentraler Streitpunkt war. Ein zweites Gespräch folgte im Frühjahr 2026 nach Merz‘ Wahl zum Kanzler. Beim „Welt“-Wirtschaftsgipfel im Januar 2026 soll Merz in Döpfners Anwesenheit schärfste Attacken der Springer-Medien auf sich selbst vorgelesen haben, darunter Sätze wie „Er kann es einfach nicht“ und „Der Möchtegernkanzler“. Mehrere Teilnehmer bestätigten dem „Stern“ die angespannte Atmosphäre.
Stellungnahme des Springer-Verlags
Ein Sprecher des Axel-Springer-Verlags erklärte: „Selbstverständlich hat Mathias Döpfner auch die Gelegenheit genutzt, um mit Friedrich Merz über die AfD zu sprechen.“ Döpfner habe Merz jedoch keinen anderen Umgang mit der Partei empfohlen. „Er hat im Gegenteil seine kritische Haltung zur AfD dargelegt und seine Verwunderung über anders lautende und offenbar gezielt gestreute Gerüchte dargelegt.“ Döpfner lehne die AfD politisch strikt ab. Das Bundeskanzleramt wollte den Stern-Bericht nicht bestätigen.



