In Taiwan hat am Mittwoch das jährliche Militärmanöver begonnen, mit dem die Armee das Vorgehen im Falle eines möglichen chinesischen Angriffs auf den Inselstaat probt. Reservisten feuerten an der Straße von Taiwan mit taiwanischen Waffen in Richtung des Gewässers, über das chinesische Soldaten aus Sicht der Armee im Falle einer Invasion kommen könnten. Es ist die größte Übung des Jahres und läuft bis Freitag kommender Woche.
Hintergrund: Pekings Anspruch auf Taiwan
Das kommunistische China betrachtet den demokratisch regierten Inselstaat Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereint werden soll. Peking hat den militärischen Druck in den vergangenen Jahren verstärkt und mehrere große Militärmanöver rund um Taiwan abgehalten. Taipeh weist Pekings Ansprüche zurück.
Die Übung findet vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen in der Region statt. China hat wiederholt seine Bereitschaft signalisiert, Taiwan notfalls gewaltsam zu integrieren. Die taiwanesische Regierung betont dagegen ihre Souveränität und bereitet ihre Streitkräfte auf verschiedene Szenarien vor.
Ablauf und Bedeutung der Übung
Die diesjährige Übung umfasst mehrere Komponenten, darunter die Verteidigung der Straße von Taiwan, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Reservisten spielen dabei eine zentrale Rolle, um die Einsatzbereitschaft der Reservekräfte zu testen. Die Übung soll bis Freitag kommender Woche andauern und verschiedene Verteidigungsszenarien durchspielen.
Experten sehen in der Übung ein klares Signal Taiwans, seine Verteidigungsfähigkeit zu stärken und sich auf eine mögliche Auseinandersetzung vorzubereiten. Gleichzeitig betont Taipeh, dass die Übung rein defensiven Charakter habe und nicht als Provokation gegenüber Peking zu verstehen sei.
Regionale Auswirkungen und Reaktionen
Die Übung hat auch Auswirkungen auf die Region: Die Straße von Taiwan ist eine der meistbefahrenen Handelsrouten der Welt, und jede militärische Aktivität dort wird von den Nachbarländern genau beobachtet. Die USA und andere Verbündete Taiwans haben wiederholt ihre Unterstützung für die Selbstverteidigungsfähigkeit der Insel betont, während China vor Einmischung von außen warnt.
Die taiwanesische Bevölkerung nimmt die Übung weitgehend gelassen zur Kenntnis, da sie jährlich stattfindet. Dennoch zeigt die wachsende militärische Präsenz Chinas in der Region, dass die Bedrohungslage ernster wird. Taipeh hat angekündigt, seine Verteidigungsausgaben zu erhöhen und die Modernisierung der Streitkräfte fortzusetzen.
Die Übung wird auch von internationalen Beobachtern verfolgt, die auf mögliche Reaktionen Pekings achten. Bislang hat China die Übung nicht offiziell kommentiert, aber in der Vergangenheit hat Peking solche Manöver als Provokation bezeichnet und mit Gegenmaßnahmen gedroht.



