US-Präsident Donald Trump hat für diesen Montag neue Gespräche mit dem Iran angekündigt. „Wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen", sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Die Gespräche sollen am Nachmittag beginnen. Am Samstag hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social einen vorläufigen Verzicht auf weitere Angriffe gegen den Iran verkündet und damit die Grundlage für die diplomatische Initiative gelegt.
Wiederbelebung des 14-Punkte-Abkommens
Der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi, Sprecher des Ausschusses für nationale Sicherheit, zeigte sich in einem Fernsehinterview optimistisch. „Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit Bemühungen im Gange sind, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben, insbesondere seitens der Vermittler", sagte er. Die Vermittlerländer Pakistan und Katar hatten das Rahmenabkommen Mitte Juni zwischen den USA und dem Iran ausgehandelt.
Das nach der pakistanischen Hauptstadt benannte Abkommen sollte binnen 60 Tagen zu einer dauerhaften Friedensregelung führen und sah für die Übergangszeit eine sichere und unentgeltliche Durchfahrt durch die Straße von Hormus vor. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt; ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels passiert diese Meerenge. Die 60-Tage-Frist ist inzwischen längst überschritten, ohne dass eine endgültige Einigung erzielt werden konnte.
Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt
„Sie wissen, dass die Hauptfrage die der Straße von Hormus ist", betonte Ghaschghawi. Zu diesem Thema finde derzeit ein Meinungsaustausch statt. Während die USA auf einer vollständigen und uneingeschränkten Öffnung der Seeroute bestehen, will der Iran die Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße behalten.
Seit Wochen greifen sich beide Seiten wieder gegenseitig an. Die Angriffe konzentrieren sich vor allem auf die Straße von Hormus, deren Sicherheit für den Welthandel von entscheidender Bedeutung ist. Die USA verlangen eine uneingeschränkte Durchfahrt, während Teheran die Meerenge als Druckmittel in den Verhandlungen nutzt.
Die wiederholten Angriffe auf die Schifffahrt haben internationale Reedereien dazu veranlasst, ihre Routen zu überdenken. Eine Blockade der Straße von Hormus würde nicht nur die Ölpreise in die Höhe treiben, sondern auch die globale Lieferkette empfindlich stören. Die Gespräche am Montag sind daher auch für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung.
Fünf Monate nach Kriegsbeginn
Fünf Monate sind vergangen, seitdem Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran begonnen haben. Eine nachhaltige Friedensregelung ist trotz des Rahmenabkommens vom Juni nicht in Sicht. Der Konflikt hat in der Region Tausende Todesopfer gefordert und die Weltwirtschaft schwer beeinträchtigt. Der Welthandel leidet weiterhin unter den gegenseitigen Angriffen.
Den Vermittlerländern Pakistan und Katar fällt es schwer, die Konfliktparteien wieder an einen Tisch zu bringen. Die jüngsten Angriffe hatten das Vertrauen erneut zerstört. Dennoch betrachten Beobachter die angekündigten Gespräche als vorsichtiges Signal der Entspannung. Die Aussetzung der Angriffe durch die USA und die Gesprächsbereitschaft Irans könnten eine neue Dynamik in den festgefahrenen Konflikt bringen.
Was von den Gesprächen zu erwarten ist
Trump hat klargestellt, dass ein Abkommen die „vollständige und uneingeschränkte“ Öffnung der Straße von Hormus beinhalten müsse. Diese Forderung dürfte im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen. Der iranische Abgeordnete Ghaschghawi verwies auf einen bereits laufenden Meinungsaustausch – ein Zeichen, dass beide Seiten grundsätzlich gesprächsbereit sind.
Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit Spannung. Eine dauerhafte Einigung würde die Region stabilisieren und die Weltwirtschaft entlasten. Die Gespräche am Montag könnten ein erster Schritt auf diesem Weg sein – oder eine weitere verpasste Chance.



