Trump: Gute Gespräche mit Iran – Ölpreis fällt drastisch
Trump: Gute Gespräche mit Iran – Ölpreis fällt

US-Präsident Donald Trump hat von „guten Gesprächen“ mit dem Iran gesprochen und eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein Abkommen in Aussicht gestellt. Gleichzeitig weitete der Ölpreis seine Verluste massiv aus. Nordsee-Öl der Sorte Brent verbilligte sich um 8,2 Prozent, US-Leichtöl WTI gab 7,6 Prozent nach. Trump äußerte sich an Bord der Air Force One und betonte, er habe viel Zeit, sich dem Iran zu widmen. Zudem kündigte er an, den russischen Präsidenten Wladimir Putin fragen zu wollen, ob Russland dem Iran Satellitenbilder zur Verfügung stelle.

USA und Iran in „sehr tiefgreifenden Gesprächen“

Die USA befänden sich in „sehr tiefgreifenden Gesprächen“ mit dem Iran, so Trump gegenüber dem Nachrichtenportal Axios. Zugleich warnte er vor einem „harten militärischen Vorgehen“, sollte die Diplomatie scheitern. „Nicht viel Zeit. Entweder es geht schnell oder gar nicht“, sagte Trump. Beide Seiten haben ihre gegenseitigen Angriffe vorerst ausgesetzt, um eine diplomatische Lösung auszuloten. Trump betonte, er habe die jüngsten Angriffe gestoppt, um den Verhandlungen eine Chance zu geben, drohte aber für den Fall des Scheiterns mit „sehr starker militärischer Gewalt“.

Saudi-Arabien: Drohnen aus dem Irak abgefangen

In Saudi-Arabien hat die Flugabwehr nach Regierungsangaben Drohnen aus dem Irak abgefangen und zerstört. Diese hätten versucht, Ölanlagen im Osten des Landes und in Riad anzugreifen, teilte das saudische Verteidigungsministerium mit. Die Drohnen seien von iranisch unterstützten Milizen im Irak abgefeuert worden. Saudi-Arabien behalte sich das Recht vor, auf den Angriff zu reagieren, erklärte das Außenministerium.

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Iran dementiert Bitte um Gespräche

Der Iran hat nach eigenen Angaben nicht darum gebeten, die Gespräche mit den USA fortzusetzen. „Berichte, wonach der Iran Verhandlungen mit den USA wünscht, sind erfunden“, sagte Außenamtssprecher Esmail Baghaei. Über Vermittler würden weiterhin Nachrichten ausgetauscht, aber direkte Verhandlungen fänden nicht statt. Gleichzeitig übt der Iran weiterhin Kontrolle über die Straße von Hormus aus: Sechs Schiffe seien umgekehrt, weil sie die iranisch vorgegebene Route nicht eingehalten hätten, berichteten iranische Staatsmedien.

Vermittler melden Fortschritte

Vermittler unter Führung Katars und Pakistans haben laut regionalen Vertretern Fortschritte erzielt, um die USA und den Iran an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Ziel sei eine Rückkehr zu einer vorläufigen Waffenruhevereinbarung, die durch die jüngsten Angriffe untergraben worden war. Ein regionaler Vertreter bezeichnete die Fortschritte als erheblich und erklärte, es werde gemeinsam mit dem Oman an einem Mechanismus zur Regelung der Schiffsdurchfahrten durch die Straße von Hormus gearbeitet. Baghaei betonte jedoch, es gebe nur indirekten Austausch über Vermittler.

Pakistan sieht Indizien für US-Bodenoffensive

Mehr als fünf Monate nach Kriegsbeginn halten pakistanische Geheimdienste eine limitierte US-Bodenoffensive für immer wahrscheinlicher. Die Bewertung stütze sich auf militärische Beobachtungen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad. Pakistan ist ein zentraler Vermittler zwischen Washington und Teheran.

Pentagon ändert Verluststatistik

Das US-Verteidigungsministerium hat die offizielle Statistik der eigenen Verluste im Irankrieg geändert. Vier getötete Soldaten und Dutzende Verwundete wurden aus der Hauptbilanz entfernt und in eine neue separate Kategorie „Overseas Operations“ aufgenommen. Ein US-Regierungsvertreter erklärte der AP, die tatsächliche Zahl der Verwundeten liege inzwischen bei über 500. Die neue Kategorie erfasst Opfer seit dem 7. Juli, als die Kämpfe um die Straße von Hormus erneut aufflammten. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar kamen 14 US-Soldaten ums Leben.

Iran: US-Angriffe treffen Wasserversorgung

Nach jüngsten US-Angriffen sind im Süden des Iran massive Schäden an der Wasserversorgung entstanden. 18 Einrichtungen, darunter Meerwasserentsalzungsanlagen, seien beschädigt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Zehn Anlagen seien vollständig zerstört worden. Bereits Anfang Juli sei eine Entsalzungsanlage auf der Insel Gheschm außer Betrieb gesetzt worden, wodurch die Wasserversorgung für rund 120.000 Menschen beeinträchtigt wurde.

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Ölpreis fällt nach Angriffspause

Nach dem Ende der 13-tägigen US-Angriffsserie gab der Ölpreis deutlich nach. Brent-Rohöl lag zeitweise bei etwa 92 US-Dollar je Barrel, mehr als 5 Prozent im Minus. Zuvor war der Preis nach den Angriffen über die 100-Dollar-Marke gestiegen. Die Pause nährte Hoffnung auf eine Deeskalation des seit Februar tobenden Konflikts. Auch der Iran kündigte an, seine Angriffe auszusetzen, solange die USA dies täten. Ein ranghoher iranischer Insider sagte der Reuters, die Position sei „Angriff für Angriff“, es herrsche jedoch Skepsis, ob die US-Pause ernst gemeint sei.

Huthi-Angriffe drosseln Schiffsverkehr

Nach Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudische Ölanlagen brach der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab ein. Am Sonntag durchquerten nur elf Handelsschiffe die Meerenge, der niedrigste Stand seit Monaten, wie aus Daten des Analysehauses Kpler hervorging. Auch die Straße von Hormus war nur gering frequentiert. Die Huthi-Miliz reklamierte Angriffe auf Saudi-Aramco-Anlagen in Dschisan und Yanbu für sich, als Vergeltung für Angriffe der saudisch geführten Koalition im Jemen.

Weitere Entwicklungen

Die USA bestätigten die Verlegung von zusätzlichem Militär in den Nahen Osten. Israels Sicherheitskabinett genehmigte einer internationalen Truppe den Zugang zu Teilen des Gazastreifens. Der Iran und der Oman führten produktive Gespräche über die Straße von Hormus. Irans Revolutionsgarden stoppten sechs Handelsschiffe und drohten mit „entschlossener Reaktion“ bei Kursänderungen. Der ukrainische Präsident Selenskyj warf Russland vor, dem Iran Satellitenbeobachtungen zur Verfügung zu stellen, was iranische Angriffe ermögliche. UN-Generalsekretär Guterres besuchte Damaskus und kritisierte Israels Vorgehen auf den Golanhöhen als „absolut inakzeptabel“. Die israelische Armee tötete den Hamas-Polizeichef im nördlichen Gazastreifen.