US-Präsident Donald Trump hat für diesen Montag neue Gespräche mit dem Iran angekündigt. Die Verhandlungen sollen am Nachmittag beginnen, wie Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One sagte. Die Ankündigung erfolgte einen Tag, nachdem er einen vorläufigen Verzicht auf weitere Angriffe gegen den Iran verkündet hatte.
„Wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen", sagte Trump vor Journalisten. Damit bestätigte er, dass Washington trotz der anhaltenden Spannungen weiterhin auf eine diplomatische Lösung setzt. Die Gespräche gelten als entscheidender Test, ob die Konfliktparteien nach monatelangen gegenseitigen Angriffen doch noch zu einer Einigung finden können.
Teheran bestätigt Bemühungen zur Wiederbelebung des Abkommens
Vor den Gesprächen hat sich auch die iranische Seite zu Wort gemeldet. Der Abgeordnete Hassan Ghaschghawi, Sprecher des Ausschusses für nationale Sicherheit, erklärte in einem Fernsehinterview, dass derzeit Anstrengungen im Gange seien, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben. „Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit Bemühungen im Gange sind, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben, insbesondere seitens der Vermittler", sagte Ghaschghawi.
Das Abkommen war Mitte Juni zwischen den USA und dem Iran auf Vermittlung Pakistans und Katars unterzeichnet worden. Es sieht vor, binnen 60 Tagen zu einer dauerhaften Friedensregelung zu gelangen. Bis dahin soll den Angaben zufolge eine sichere und unentgeltliche Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährleistet sein. Ob dieser Zeitrahmen eingehalten werden kann, ist ungewiss.
Straße von Hormus bleibt zentraler Streitpunkt
Ghaschghawi machte deutlich, dass die Straße von Hormus im Mittelpunkt der Verhandlungen steht. „Sie wissen, dass die Hauptfrage die der Straße von Hormus ist", sagte er. Zu diesem Thema finde derzeit ein „Meinungsaustausch" statt. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gilt als eine der für den Welthandel wichtigsten Wasserstraßen. Ein erheblicher Teil des weltweit verschifften Rohöls passiert diese Route. Die iranische Führung will die Kontrolle über die strategisch bedeutsame Passage nicht aufgeben.
Der Konflikt um die Straße von Hormus hat sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft. Die USA und der Iran greifen sich gegenseitig an, wobei es vor allem um die für den Welthandel wichtige Wasserstraße geht. Fünf Monate nach dem Beginn des Krieges zwischen Israel und den USA gegen den Iran ist eine nachhaltige Friedensregelung nicht in Sicht. Der Krieg hat in der Region tausende Todesopfer gefordert, und die Weltwirtschaft leidet unter den Folgen der Angriffe und den Störungen im internationalen Seeverkehr.
Trump knüpft Friedenshoffnung an freie Schifffahrt
Am Samstag hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social verkündet, alle Angriffe auf den Iran auszusetzen. „Die Grundzüge eines Abkommens seien vereinbart worden", hieß es in der Mitteilung. Zugleich betonte Trump, dass ein solches Abkommen die „vollständige und uneingeschränkte" Öffnung der Straße von Hormus beinhalten müsse. Diese Bedingung gilt als Hauptstreitpunkt zwischen Washington und Teheran.
Die neuen Gespräche am Montag sollen nun klären, ob der Iran zu einer dauerhaften Öffnung der Meerenge bereit ist. Der Ausgang ist offen. Den Vermittlerländern Pakistan und Katar fällt es schwer, die Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Die kommenden Stunden könnten richtungsweisend sein.
Sollte eine Einigung gelingen, wäre dies ein wichtiger Schritt zur Beruhigung der Region und zur Stabilität der Weltmärkte. Ein Scheitern könnte dagegen eine erneute Eskalation auslösen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung daher mit großer Sorge.



