Trump kündigt Seeblockade gegen iranische Häfen an – Eskalation am Golf
Trump kündigt Seeblockade gegen iranische Häfen an

Trump kündigt erneute Seeblockade gegen iranische Häfen an

Im eskalierenden Konflikt um die Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Allen anderen Ländern solle ein „fairer und offener“ Zugang zur Meerenge möglich sein, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Die Ankündigung erfolgte, nachdem der Iran die Meerenge am Sonntag für „bis auf Weiteres“ geschlossen erklärt hatte.

Neue US-Angriffe im Iran: Zwei Tote in Abadan

Der Iran meldete am Montag neue US-Angriffe im Südwesten des Landes. In der Industriestadt Abadan an der Grenze zum Irak wurden dabei zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete. Laut dem Vizegouverneur der Provinz Chusestan ereigneten sich die Angriffe kurz nach Mittag (Ortszeit). Die Behörden machten die USA für die Luftangriffe verantwortlich, obwohl das US-Militär seine jüngste Angriffswelle am frühen Morgen für beendet erklärt hatte.

Iranische Angriffe auf US-Stützpunkte in Jordanien, Bahrain und Kuwait

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von Staatsmedien US-Militärziele und -stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna zitierte Erklärungen der Revolutionsgarden, wonach ein Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, ein US-Drohnenkommandozentrum in Bahrain und Stützpunkte in Kuwait attackiert wurden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Golfstaaten selbst meldeten Beschuss: Bahrain und Kuwait lösten in der Nacht Alarm aus und bekämpften nach eigenen Angaben feindliche Projektile. Jordaniens Nachrichtenagentur Petra berichtete, dass vier Raketen aus dem Iran abgefangen worden seien – es habe keine Opfer oder Schäden gegeben.

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Schifffahrt in der Straße von Hormus drastisch zurückgegangen

Die Zahl der Handelsschiffe, die die Straße von Hormus passieren, ist drastisch gesunken. Laut Daten des Analyseunternehmens Vortexa sank die tägliche Durchfahrtsrate auf nur noch sieben Schiffe in den letzten 24 Stunden, verglichen mit einem Durchschnitt von etwa 130 pro Tag im Januar und Februar. Dies entspricht einem Rückgang um rund 95 Prozent. Die Ölpreise reagierten deutlich: Ein Barrel der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September legte im frühen Handel um 4,46 Prozent auf 79,40 Dollar zu.

Deutschland und EU fordern Deeskalation

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte die USA und den Iran zu direkten Verhandlungen auf. „Jetzt sehr schnell an den Verhandlungstisch zurückkehren“ und „endlich effektive bilaterale Verhandlungen aufnehmen“, sagte Wadephul am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel. Er forderte den Iran auf, seine Angriffe in der Straße von Hormus zu stoppen. „Jeder Angriff ist ungerechtfertigt. Diese Welt braucht endlich eine frei passierbare Straße von Hormus“, so Wadephul.

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die „ruchlosem Angriffe Irans auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und auf Länder in der Region“. Sie forderten die „Wiederherstellung des Waffenstillstands und die Wiederaufnahme der Verhandlungen“ zwischen den USA und dem Iran.

Iran sieht Rahmenabkommen als hinfällig an

Der Iran sieht sich nach eigenen Angaben bei Verstößen der USA gegen das Mitte Juni geschlossene Rahmenabkommen nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. „Jedes Mal, wenn die andere Seite ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, haben wir unsere ebenfalls nicht eingehalten“, sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei in Teheran. „Wir werden weiterhin so vorgehen.“

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Sicherheitspolitiker warnen vor iranischen Anschlägen in Deutschland

Nach der Veröffentlichung einer iranischen „Vergeltungsliste“ mit unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz warnen Sicherheitspolitiker vor Anschlägen iranischer Netzwerke in Deutschland. Der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter sagte dem „Handelsblatt“: „Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und Terroranschläge im Westen und auch in Deutschland plant und vorbereitet.“ Das Risiko sei groß, dass iranische Dienste und ihre Netzwerke auch in Deutschland Anschläge verüben. Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz warnte ebenfalls vor einer neuen Qualität der Bedrohung. Die Liste sei mit „allergrößter Wahrscheinlichkeit“ nicht ohne Billigung des Regimes erfolgt.

Jemen: Angriff auf Flughafen Sanaa verhindert iranische Landung

Im Jemen kam es zu einem Luftangriff auf den Flughafen der Hauptstadt Sanaa. Das jemenitische Verteidigungsministerium reklamierte die Angriffe für sich und erklärte, sie hätten die Landung eines iranischen Flugzeugs verhindern sollen. Die Huthi-Miliz, die den Flughafen kontrolliert, hatte zuvor einem Flugzeug der nationalen jemenitischen Fluggesellschaft die Landung untersagt und stattdessen auf der Landung eines iranischen Flugzeugs bestanden. Das iranische Flugzeug landete schließlich im von den Huthi kontrollierten Hudaida.

Der Informationsminister der offiziellen Regierung, Muammar al-Erjani, teilte mit, dass die Huthi ein Flugzeug des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Flughafen Sanaa an der Ausreise gehindert sowie den Piloten und dessen Assistenten als Geiseln genommen hätten. Er sprach von einer „gefährlichen Eskalation“ und einer „schamlosen Verletzung des internationalen humanitären Rechts“.

Britische Regierung plant härteres Vorgehen gegen Revolutionsgarden

Die britische Regierung will die Islamischen Revolutionsgarden nach einem neuen nationalen Sicherheitsrecht als Bedrohungsorganisation einstufen. Das geht aus einem entsprechenden Entwurf hervor, der auch eine weitere mit dem Iran verbundene Organisation sowie eine Freiwilligeneinheit des russischen Militärgeheimdienstes erfasst. Strafbar werden so die Unterstützung, Hilfeleistung oder das Erlangen materiellen Nutzens – mit einem Strafmaß von bis zu lebenslanger Haft.

Ausblick: Monatelange Angriffe befürchtet

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) rechnet damit, dass die Attacken noch monatelang weitergehen könnten. „Das kann gut sein, dass die Auseinandersetzungsart, wie wir sie gerade vorfinden, einfach permanent so weitergeht“, sagte er im Deutschlandfunk. Es werde relativ schwer sein, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Nouripour warnte vor falschen Informationen: „Trump hat jetzt wieder erklärt, die Straße von Hormus sei offen. Das ist einfach nicht wahr.“